BDZV-Kongress: Zahl der Verlagskooperationen wird stark steigen

Dienstag, 21. September 2010
Alexander Kahlmann
Alexander Kahlmann

Unter dem Motto „Gemeinsam stark“ haben im vergangenen Krisenjahr zahlreiche Verlage den Schulterschluss mit Wettbewerbern gesucht. Die Relevanz solcher Bündnisse wird in Zukunft noch deutlich zunehmen, davon gehen 70 Prozent der Printmanager aus. Lediglich 3 Prozent glauben, dass die Zahl zwischenbetrieblicher Kooperationen konstant bleibt, 27 Prozent rechnen mit einem moderaten Anstieg. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die die Unternehmensberatung Schickler im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) durchgeführt hat. Die vollständige Bericht wird Mitte Oktober vorliegen. Erste Ergebnisse wurden heute vorab auf dem Zeitungskongress in Essen vorgestellt.

Demnach bestehen derzeit die meisten Partnerschaften auf dem Gebiet der Werbevermarktung (knapp 80 Prozent). Es folgen Logistik, Redaktionen, Druck und Online. Das Kernziel der Zusammenarbeit ist in erster Linie Kostenreduktion. Mit Erfolg: Wie Schickler herausgefunden hat, konnten mithilfe der Kooperationen im Schnitt mindestens 30 Prozent eingespart werden. Aber auch die bessere Marktausschöpfung zum Beispiel im Bereich der Vermarktung spielt eine wichtige Rolle.

Doch Alexander Kahlmann, Partner bei Schickler, warnt auch vor überzogenen Erwartungen. Kooperationen seien kein Instrument, mit dem sich kurzfristig Effekte erzielen lassen. „Allein die durchschnittliche Umsetzungsdauer liegt bei zwei bis drei Jahren. Bis sich eine erste Wirkung zeigt, kann es also bis zu vier Jahren dauern.“
Bei der Frage nach den zentralen Erfolgskriterien von Verlagsbündnissen offenbart die Untersuchung ein überraschendes Ergebnis. Statt harter Faktoren wir Zusammengehörigkeit im Konzernverbund oder Ähnlichkeit in der IT-Architektur spielen weiche Faktoren die zentrale Rolle. So entscheiden Vertrauen, persönliche Chemie und regionale Nähe maßgeblich über Gelingen oder Scheitern der Zusammenarbeit. bn
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