BDZV-Kongress: Experten fordern mehr Nähe zum Leser

Dienstag, 23. September 2008
Sven Gösmann (Foto: RP)
Sven Gösmann (Foto: RP)

Sven Gösmann, Chefredakteur der "Rheinischen Post" in Düsseldorf, kritisierte beim Zeitungskongress 2008, dass die Qualität vieler Zeitungstitel zu wünschen übrig lasse. "Redaktionelle Stäbe sind oftmals zu arrogant und arbeiten an den Lesern vorbei", bemängelt er. Marktforschung sei von den Verlagen bisher zu stark vernachlässigt worden, so dass viele Journalisten nur wenig über ihre Leser wüssten. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach zielt in eine ähnliche Richtung. Gerade die Lokalteile von Tageszeitungen seien häufig "ein wildes Sammelsurium ohne Struktur". Sie forderte, stärker auf die Bedürfnisse der Leser einzugehen und die Fragmentierung bei Mediennutzung zu berücksichtigen.

Richard Rebmann, Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding, nannte einen Weg, um der zunehmenden Zersplitterung der Leserschaft Rechnung zu tragen: "Neben dem Kernprodukt Tageszeitung muss ein Verlag vielmehr verschiedene Produkte auf den Markt bringen, um unterschiedliche Zielgruppensegmente besser bedienen zu können." bn

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