BDZV-Kongreß 1998: Konkurrenzsituation um die Zeitungen nimmt zu

Dienstag, 20. Oktober 1998

Die Chancen und Risiken, denen sich die Zeitungen an der Schwelle zum 3. Jahrtausend gegenübersehen, stehen im Mittelpunkt des BDZV-Zeitungskongresses 1998, der diese Woche in Bonn stattfindet. Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) Wilhelm Sandmann bekräftigte erneut, daß die 620-Mark-Beschäftigungsverhältnisse nicht in die Versicherungspflicht einbezogen werden dürften. "Werden diese Pläne realisiert, kommen auf die Zeitungsverlage finanzielle Mehrbelastungenin Millionenhöhe zu, weil die Zeitungszustellung weitgehend auf diese Beschäftigungsverhältnisse angewiesen ist." Vor dem Verschenken redaktioneller Inhalte warnte Peter Esser, Verleger der Mittelbayerischen Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, mit Blick auf die Ambitionen des Mischkonzerns Kinevik. Kinevik will neben Stockholm, Prag und Budapest auch in deutschen Städten eine kostenlose Tageszeitung auf den Markt bringen. "Dies ist ein weiterer Schritt zu einer gefährlichen Tendenz, wertvolle Informationen zum Nulltarif zu verbreiten", erklärte Esser ganz im Tenor von Springer-Vorstand Zeitungen Claus Larass. Der Gruner + Jahr-Vorstand Zeitungen Dr. Bernd Kundrun konterte: "Je wettbewerbsintensiver und innovativer die Zeitungsverlage werden, desto weniger besteht die Gefahr, daß Branchenexterne die Nischen für sich entdecken."
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