BDZV-Bilanz: Situation bleibt für Zeitungen angespannt

Donnerstag, 10. Juli 2003

Einen weiteren Rückgang der Werbeumsätze für 2003 prognostiziert der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger (BDZV). "Auch dieses Jahr müssen wir wieder mit einem drastischen Umsatzminus rechnen", sagte Volker Schulze, Hauptgeschäftsführer des Verbandes bei der Präsentation der Jahresbilanz 2002 in Berlin. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2003 liegen die Anzeigenumsätze erneut um 6,8 Prozent im Minus.

Für das Gesamtjahr 2002 verbuchten die Verleger bei den Anzeigenerlösen 2002 einen Rückgang von 12,1 Prozent - nach einem Minus von 14 Prozent in 2001. Absolut trugen die Anzeigen im vergangenen Jahr nur noch rund 5,27 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz von 9,4 Milliarden Euro bei. Die Gattung lag damit 2002 unterm Strich mit 5,79 Prozent im Minus.

Die Vertriebserlöse von 4,15, Milliarden Euro und stiegen 2002 im Vorjahresvergleich um 3,6 Prozent - in erster Linie bedingt durch Preiserhöhungen. Hans-Joachim Fuhrmann, Leiter Kommunikation und Multimedia beim BDZV, sieht Raum für weitere Steigerungen. "Am Vertriebspreis ist nach oben hin noch alles möglich - man muss es dem Leser nur erklären", glaubt er.

Durch den Rückgang der Anzeigenerlöse, hat sich das Verhältnis von Anzeigen- zu Vertriebsumsatz grundlegend geändert. Der alte Schlüssel, ein Drittel Vertrieb zu zwei Drittel Anzeigen, gilt nicht mehr", klagt Jörg Laskowski, Geschäftsführer Verlagswirtschaft beim BDZV. Aktuell liegt das Verhältnis bei 44 zu 56 Prozent.

Um die Ertragssituation der vorwiegend mittelständischen, vom BDZV vertretenen Verlage zu verbessern, spricht sich der Verband für eine Lockerung der Pressfusionsklausel aus. Derzeit sind Presseunternehmen bereits bei Zusammenschlüsse ab einem gemeinsamen Umsatz von 25 Millionen Euro verpflichtet, beim Kartellamt vorstellig zu werden. Der BDZV fordert zwar keine Aufhebung, aber eine Anpassung der Schwelle nach oben. Welcher Wert dem Verband vorschwebt, will Schulze zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt geben, da in den nächsten Tagen der von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement avisierte Round Table mit den Verlagsvertretern zustande kommen könnte. Bei den Gesprächen zwischen Politik und Presseunternehmen sollen mögliche Änderungen erörtert werden. pap
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