BBC World News rüstet sich mit Relaunch gegen wachsende Konkurrenz

Donnerstag, 11. Februar 2010
Der Nachrichtensender differenziert im Programm künftig stärker zwischen Regionen
Der Nachrichtensender differenziert im Programm künftig stärker zwischen Regionen
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BBC World News hat den härtesten Wettbewerber CNN in zwei Programmslots inzwischen überholt. So verzeichnet der kommerzielle Ableger des öffentlich-rechtlichen Senders BBC mit Sitz in London nach eigenen Angaben in Europa im Frühstücksprogramm 63.000 Zuschauer, CNN dagegen nur 60.000. Auch im Abendprogramm ist BBC World News mittlerweile stärker als der amerikanische Konkurrent. "Noch vor fünf Jahren sah das völlig anders aus. Damals lagen wir meilenweit zurück", verkündete Richard Porter, Director of News, jüngst bei einer Journalistenreise. Der internationale Nachrichtensender ist in 200 Ländern vertreten und erreicht insgesamt pro Woche 74 Millionen Zuschauer. Trotz dieser positiven Bilanz rüstet BBC World News weiter auf, schließlich drängen mit France 24 und Al Jazeera weitere Konkurrenten auf den internationalen Nachrichtenmarkt. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich der Sender optisch und inhaltlich einem umfassenden Relaunch unterzogen. Das Programm ist in Zukunft stärker auf Zuschauer aus unterschiedlichen Regionen zugeschnitten. Die Formate "GMT" (montags bis freitags 13 bis 14 Uhr deutscher Zeit), "Impact Asia" (montags bis donnerstags 14 bis 15.30 Uhr) und "The Hub" (montags bis freitags 17 bis 18.30 Uhr) beschäftigen sich mit den aktuellen Entwicklungen im Asia-Pazifik-Raum. "World News Today" (montags bis freitags 20 bis 21.30 Uhr) und "Business Edition" (montags bis freitags 23 bis 23.45 Uhr) richten sich dagegen insbesondere an europäische Zuschauer.

Neben der Differenzierung nach Regionen unterscheidet das Programm in Zukunft auch stärker zwischen Wochentagen und Wochenende. Während montags bis freitags die schnelle Verbreitung der harten Fakten im Vordergrund steht, will BBC World News den Zuschauern samstags und sonntags mehr Hintergrundbeiträge, Analysen und Reportagen liefern.

Moderatorin Zeinab Badawi im neu gestalteten Studio
Moderatorin Zeinab Badawi im neu gestalteten Studio
Um die Wiedererkennung der Sendungen zu erhöhen und somit das TV-Publikum stärker an den Sender zu binden, werden die Moderatoren nun deutlicher in den Mittelpunkt gestellt. Sie sollen den Formaten im wahrsten Sinne ein Gesicht verleihen und über die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook in Kontakt mit der Zielgruppe treten. Regelmäßig verkünden sie dort aktuelle Nachrichten und geben Einblicke hinter die Kulissen des Nachrichtensenders.

Im Rahmen der Programmumgestaltung wurden laut Vermarktungschef Colin Lawrence auch die Werbemöglichkeiten ausgebaut. In Zukunft sollen Unternehmen mehr Formate als Sponsoren unterstützen können. Damit will BBC World News die Trendwende schaffen. Schließlich wurde auch dieser Sender von der Weltwirtschaftskrise getroffen, wenn auch nicht ganz so hart wie andere TV-Kanäle, da sich BBC World News nur zu 45 Prozent aus Werbung finanziert. Der Rest wird durch Pay-TV-Angebote erwirtschaftet.

Für die Zukunft gibt sich Content-Chef Porter optimistisch: "Der Bedarf an internationalen Nachrichten wächst." Trotz der stärkeren Differenzierung nach Regionen will der Sender daher weiter seinen Fokus auf global relevante Themen beibehalten. Im Hinblick auf die deutschen Angebote N-TV und N24 sieht Porter BBC World News nicht als Konkurrenten sondern vielmehr als Ergänzung. In Deutschland verfügt der Nachrichtensender inzwischen über eine technische Reichweite von 23 Millionen Haushalten - das bedeutet eine Steigerung von rund 16 Prozent innerhalb der vergangenen drei Jahre. Auch für die nächsten Jahre verfolgt BBC World News ein ehrgeiziges Programm. Insbesondere das Video-on-Demand-Angebot und die mobile Internetseite sollen ausgebaut werden. bn
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