BBC-Chef wechselt zu ITV

Mittwoch, 29. November 2006
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Der Chef der britischen Rundfunkanstalt BBC, Michael Grade, wird ab 2007 geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des Privatsenders ITV. Die BBC zeigte sich enttäuscht von Grades Abgang, der erst seit zweieinhalb Jahren beim Sender war. Der 63-Jährige Chairman verhandelte in den vergangenen Monaten mit der Labour-Regierung von Premier Tony Blair über die Erhöhung der Rundfunkgebühren. Das Verhältnis der beiden galt zuletzt als sehr angespannt. Für ITV ist die überraschende Verpflichtung des profilierten Fernsehmachers ein Scoop. Der Posten als Vorstandsvorsitzender ist seit August vakant, der Sender leidet unter fallenden Einschaltquoten und Werbeeinnahmen. Medienmanager Grade soll nun den Abwärtstrend auffangen und zudem verhindern, dass ITV von Konkurrenten und außenstehenden Investoren übernommen wird. Seit Monaten schon herrscht eine Bieterschlacht um den Sender.

Grade selbst erklärte, dass sein Wechsel von der BBC zum Privatsender eine rein persönliche Entscheidung gewesen sei, die keinen politischen Hintergrund habe. Sie diene allein der Karriere: Britischen Medien zufolge soll Grade künftig 2,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen - rund zehnmal so viel wie zuvor. gen

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