B2B-Marktplätze wollen mit Fulfillment-Diensten Gewinnzone erreichen

Dienstag, 29. Mai 2001

Die Mehrheit der B2B-Marktplätze in Deutschland will künftig mit zusätzlichen Fulfillment- und Integrationsfunktionen die Profitabilität erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Berliner Wirtschaftsforschungs- und Analyseunternehmens Berlecon Research. Laut Studie stammt zwar der größte Teil der gegenwärtig erzielten Umsätze nach wie vor aus Provisionseinnahmen. Im Vergleich zum Vorjahr sei ihr Anteil jedoch von 56 Prozent auf 38 Prozent zurückgegangen. Deutlich gestiegen sei hingegen die Bedeutung von Fulfillment-Diensten und Software-Lizensierung. So führen der Studie zufolge schon heute 51 Prozent der Marktplätze Bonitätsprüfungen ihrer Teilnehmer durch, innerhalb der nächsten sechs Monate wollen 87 Prozent diesen Dienst anbieten.

Den Angaben zufolge steigt die Zahl der Neugründungen von B2B-Marktplätzen derzeit deutlich langsamer an als im Vorjahr. Während es im ersten Halbjahr 2000 noch durchschnittlich zweimal wöchentlich eine Neugründung gegeben habe, komme es jetzt zu ersten Marktaustritten und Umorientierungen. Die Berliner Analysten sehen aber nach wie vor Wachstumspotenzial und rechnen bis zum Jahr 2004 mit 300 bis 400 Marktplätzen in Deutschland. Chancen sehen die Wirtschaftsforscher insbesondere für Integrationsplattformen, die Kosteneinsparungen durch effiziente Beschaffungsprozesse ermöglichen. Auch vertikale Nischenmarktplätze, die branchenspezifische Lösungen anbieten, hätten weiterhin Potenzial. Berlecon Research hat für die aktuelle Studie eine Umfrage unter 98 deutschen Marktplatzbetreibern durchgeführt.
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