Axel Springer will in Dänemark und Russland wachsen

Mittwoch, 08. März 2006
Springer-Chef Mathias Döpfner internationalisiert weiter
Springer-Chef Mathias Döpfner internationalisiert weiter

Der Verlag Axel Springer wendet sich nach der gescheiterten Übernahme von Pro Sieben Sat 1 Neugründungen vor allem im Ausland zu. Auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin nannt Vorstandschef Mathias Döpfner Internationalisierung und Digitalisierung des Medienportfolios als strategische Eckpfeiler, die man "mit Angriffslust und Augenmaß" umsetzen wolle. In diesem Rahmen kündigte Döpfner eine "Auto Bild"-Ausgabe in Dänemark und eine "Computer Bild"-Ausgabe in Russland an. Auf dem deutschen Markt will sich Axel Springer unter anderem auf drei neue Projekte konzentrieren: Derzeit testet der Verlag eine - bereits im vergangen Jahr angekündigte - Tageszeitung für Kinder, die im Abonnement vertrieben werden soll.

Zudem erklärte Andreas Wiele, Vorstand Zeitschriften und Internationales, das Projekt einer Zeitschrift für ältere Zielgruppen wieder stärker zu verfolgen. Zudem ist eine Verbraucher- und Testzeitschrift in der Pipeline. Im Falle eines Marktstarts soll ein eigenes Testlabor aufgebaut werden.

Mit Blick auf den deutschen Zeitungsmarkt und mögliche Gratiszeitungen anderer Verlage sagte Döpfner: "Die Wahrscheinlichkeit eines Markteintritts in Deutschland nimmt ab." Als Gründe nannte er die starke Stellung regionaler Zeitungen und die Titel seines Hauses. "Es spricht sich langsam herum, dass Gratiszeitungen nur in Märkten mit keinem oder schwachem Wettbewerb erfolgreich sind."

Der Berliner Medienkonzern erzielte im Geschäftsjahr 2005 mit 338,3 Millionen Euro das bislang höchste Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) seiner Geschichte. Dieses liegt um 39,1 Prozent über dem Vorjahreswert von 243,2 Millionen Euro. Die EBITA-Rendite stieg im Vergleich zum Vorjahr von 14,0 auf 14,1 Prozent. rp/se



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