Axel Springer will betriebsbedingte Kündigungen aussprechen

Freitag, 22. Juni 2007

Im Hamburger Medienunternehmen Axel Springer stehen möglicherweise Entlassungen bevor. Wie der Verdi-Landesbezirk Hamburg auf seiner Homepage mitteilt, wurden dem Betriebsrat des Unternehmens 34 Anträge für betriebsbedingte Kündigungen vorgelegt. Hintergrund ist die Ausgliederung und Verlagerung des Finanz- und Rechnungswesens von Axel Springer nach Berlin. Entgegen der Praxis in der Vergangenheit und entgegen anders lautenden Ankündigungen würden diejenigen, die aufgrund familiärer oder persönlicher Gründe nicht umziehen könnten, keinen anderen Arbeitsplatz im Hamburger Verlagshaus erhalten, beklagt die Gewerkschaft. "Wir glauben, alle Mitarbeiter beim Axel Springer Verlag müssen sich auf einen wesentlich härteren Umgang im Unternehmen einstellen", kommentiert Holger Artus, Vorsitzender des Fachbereichs Medien bei Hamburg/Nord, die Entwicklung.

Unternehmenssprecherin Edda Fels bestätigt, dass betriebsbedingte Kündigungen drohen, sie widerspricht jedoch dem Vorwurf von Verdi, dass es sich hierbei um einen Kurswechsel bei Axel Springer handele: "Wir haben es seit vielen Jahren geschafft, bei allen Restrukturierungs- und Umzugsmaßnahmen auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Wir haben aber immer schon gesagt, dass wir uns dies als allerletztes Mittel - wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind - immer vorbehalten."

Des Weiteren betont Fels, dass es sich bei den 34 Betroffenen nicht um Härtefälle handele: "Wir reden nicht über Mitarbeiter, die aufgrund schwerwiegender Gründe nicht umziehen können, sondern die nicht umziehen wollen." Auch Angebote wie Abfindungen und Outplacement, also die Unterbringung in einem anderen Unternehmen, hätten die Mitarbeiter abgelehnt. Trotz der Anträge auf Kündigung sei die Verlagsleitung weiterhin zu Gesprächen bereit, so Fels: "Die Türen sind nicht zugeschlagen." bn

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