Axel Springer verkauft seine Titel über Telekoms E-Kiosk Pageplace

Mittwoch, 09. November 2011
Ab sofort sind auch Springer-Titel wie die "Bild" bei Pageplace zu haben
Ab sofort sind auch Springer-Titel wie die "Bild" bei Pageplace zu haben


Die Telekom-Bude füllt sich: Pageplace, der Onlinekiosk der Deutschen Telekom für digitale Bücher, Zeitungen und Magazine, kann sein Angebot um das Portfolio von Axel Springer erweitern. Ab sofort stehen "Bild", "BamS", "Welt" und "Auto Bild" im virtuellen Regal, später sollen Springers übrigen Zeitungs- und Zeitschriftentitel folgen. Für Axel Springer bedeutet die Zusammenarbeit mit dem Telekom-Kiosk eine Erweiterung der bisherigen Taktik. Bislang setzte der Großverlag nur auf zwei digitale Vertriebswege: Zum einen auf Apples geschlossenes und bekanntlich eher restriktives System. Und zum anderen auf den Springer-eigenen Onlineshop iKiosk, der bisher nur eine Verkaufssite und App für die PDF-Ausgaben der 30 eigenen Titel ist. Eigentlich wollte Springer seinen iKiosk im September auch für die Publikationen anderer Häuser öffnen und dann schon erste Partnerverlage präsentieren. Zu sehen ist davon bisher nichts.

Die Öffnung des eigenen iKiosks für andere Verlage sah man bei Springer bisher auch als Beitrag für Wettbewerb und Vielfalt im digitalen Pressevertrieb - und damit als Gegengewicht zu Apple. „Viele weitere nationale und internationale Anbieter werden hoffentlich folgen und so den Markt gemeinsam weiterentwickeln", sagte Georg Konjovic, Director Premium Content bei Axel Springer, im August gegenüber HORIZONT.

Gleichwohl wollte man selber bis jetzt weder bei Telekoms Pageplace noch bei Bertelsmanns Onlinekiosk Pubbles mitmachen (natürlich ohne dies für die Zukunft auszuschließen), sondern schob das eigene Angebot iKiosk nach vorne. Bedeutet die Entscheidung, die eigenen Titel nun auch über die Telekom zu vertreiben, das Ende der Pläne, den eigenen iKiosk für andere Verlage zu öffnen? Nein, ganz im Gegenteil, sagt ein Sprecher: Das Projekt werde unverändert weiter vorangetrieben. Noch in diesem Jahr wolle man einen überarbeiteten iKiosk präsentieren, dann auch mit Partnerverlagen.

Laut aktueller Pressemitteilung der Telekom sagt Konjovic: „Onlinekioske nehmen für Axel Springer eine wichtige Rolle im digitalen Zeitungs- und Zeitschriftenvertrieb ein. Neben unserem eigenen Angebot iKiosk nutzen wir daher gerne die Gelegenheit, unsere Medienmarken auch über andere Plattformen wie zum Beispiel Pageplace kostenpflichtig verfügbar zu machen."

Pageplace ist seit Juni 2011 am Netz. Derzeit bietet die Telekom hier nach eigenen Angaben mehr als 66.000 digitale Bücher, 620 E-Magazine und 60 E-Zeitungen aus über 930 Verlagen - zu lesen über Web und Apps auf dem iPad, auf Apple- und Android-Smartphones sowie auf Computern (Desktop Client auf Windows und Mac). Die Bezahlung der digitalen Inhalte erfolgt wahlweise über die Handyrechnung, die Online-Bezahldienste Click & Buy und Paypal oder per Kreditkarte. rp
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