Axel Springer verkauft Pro-Sieben-Sat-1-Anteil an KKR/Permira

Dienstag, 11. Dezember 2007
Springer-Chef Mathias Döpfner will die Anteile an KKR/Permira verkaufen
Springer-Chef Mathias Döpfner will die Anteile an KKR/Permira verkaufen

Gerade noch hatte Springer Interesse an einem Ausbau des TV-Geschäfts bekundet. Jetzt steigt der Großverlag überraschend aus. "Die Axel Springer Aktiengesellschaft beabsichtigt mit dem Mitgesellschafter KKR/Permira einen Kaufvertrag über die Veräußerung ihrer mittelbaren Beteiligung an der Pro Sieben Sat 1 abzuschließen", heißt es in einer knappen Mitteilung. Springer hält jeweils 12 Prozent Stamm- und 12 Prozent Vorzugsaktien. Der Kaufpreis beträgt knapp 510 Millionen Euro. Das entspricht durchschnittlich 19,40 je Stamm- und Vorzugsaktie. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) muss der Transaktion noch zustimmen. Im November 2005 hatte das Kartellamt Springers Plan, den TV-Konzern für über 4 Milliarden Euro komplett zu übernehmen, gestoppt.

Springer hatte sein Interesse immer wieder bekräftigt, zuletzt im September 2007: "Pro Sieben Sat 1 ist für uns nach wie vor ein höchst attraktives Unternehmen, die strategische Logik einer Übernahme durch Axel Springer wäre nach wie vor gegeben", hieß es noch vor zwei Monaten aus dem Verlag. Anlass zur Hoffnung gab die Annahme der Klage gegen die Untersagungsverfügung durch den Bundesgerichtshof (BGH). Dies bedeutet, dass das vom Bundeskartellamt verfügte Verbot der Übernahme nachträglich gerichtlich überprüft werden muss. Der BGH attestierte Axel Springer "ein besonderes berechtigtes Interesse", schließlich müsse der Verlag damit rechnen, dass jede weitere mögliche Übernahme mit ähnlichen Argumenten untersagt werde.
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