Axel Springer und Ringier gründen Joint Venture für Osteuropa

Mittwoch, 24. März 2010
Ringier-CEO Florian Fels übernimmt die Leitung des Gemeinschaftsunternehmens
Ringier-CEO Florian Fels übernimmt die Leitung des Gemeinschaftsunternehmens

Gestern Abend um kurz vor Mitternacht ließen Axel Springer und der Schweizer Konzern Ringier in einer Adhoc-Pressemitteilung die Katze aus dem Sack: Die beiden Medienhäuser bündeln ihr Auslandsgeschäft in Osteuropa. Der Sitz des Joint Ventures ist Zürich. Geleitet wird das gemeinsame Unternehmen von Florian Fels, 42, derzeit CEO Central Europe bei Ringier. Springer bringt das Geschäft seiner Tochtergesellschaften in Polen, Tschechien und Ungarn ein, Ringier das Geschäft in Serbien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Zudem leistet Springer eine Bareinlage in Höhe von 50 Millionen sowie eine Ausgleichszahlung in Höhe von rund 125 Millionen Euro an Ringier. Am neuen Joint Venture, das die Gesellschafter in "drei bis fünf Jahren" an die Börse bringen wollen, sind beide Parteien zu je 50 Prozent beteiligt. Unter dem Unternehmensdach sind rund 4.800 Mitarbeiter beschäftigt, über 100 Printtitel und mehr als 70 Onlinedienste werden in den fünf genannten Ländern produziert. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner: "Für beide Unternehmen ist diese Partnerschaft eine hervorragende Basis, das publizistische Kerngeschäft mit fünf marktführenden Boulevardzeitungen in attraktiven Wachstumsmärkten deutlich auszubauen, und eine optimale Voraussetzung für eine weitere Expansion im digitalen Zukunftsgeschäft." Nach eigenen Angaben hat Springer die Möglichkeit, das Joint Venture komplett zu konsolidieren, so dass die Umsätze und Gewinne zu 100 Prozent in die Konzernbilanz eingehen. Dadurch bestehe die Möglichkeit, dass sich der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz durch das Partnerunternehmen von 21 auf 27 Prozent erhöht, so das Medienhaus.

"Zusammen sind wir in den einzelnen Märkten so stark positioniert, dass wir mit dem neuen Unternehmen gemeinsam den Gang an die Börse machen werden und die Zukunft der aufstrebenden Medienmärkte in Osteuropa prägend mitgestalten können", kommentiert Christian Unger, Vorstandsvorsitzender von Ringier die Partnerschaft. Mit dem Joint Venture wollen Springer und Ringier eine "gesamteuropäische Vermarktungsplattform" schaffen, so Unger weiter. Ein Name für das Unternehmen sei noch nicht festgelegt worden, sagt Döpfner. jm
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