Axel Springer übernimmt Mehrheit beim Stadtportal Hamburg.de

Mittwoch, 28. März 2007
Springer-Chef Mathias Döpfner: "Weiterer Schritt der Digitalisierungsstrategie"
Springer-Chef Mathias Döpfner: "Weiterer Schritt der Digitalisierungsstrategie"

Das Medienhaus Axel Springer übernimmt 51 Prozent an der Betreibergesellschaft des Stadtportals Hamburg.de. Die Hansestadt bleibt mit 20 Prozent beteiligt, die übrigen Gesellschafter HSH Nordbank, Hamburger Sparkasse und Sparkasse Harburg-Buxtehude haben ihre Anteile entsprechend reduziert. Hamburg.de soll als offizielles Stadtportal mit Informationen und Services die zentrale Anlaufstelle für alle Einwohner und Touristen sein. Der Behörden und Auskünfte der öffentlichen Hand betreffende Bereich wird redaktionell von der Stadt verantwortet. Zu Jahresbeginn meldete Hamburg.de rund drei Millionen Visits; Axel Springer nennt Hamburg.de daher "das führende Portal für die Metropolregion Hamburg". Allerdings schrieb Hamburg.de bisher tiefrote Zahlen. In den vergangenen zehn Jahren habe sich ein Defizit von etwa 15 Millionen Euro angehäuft, lässt sich Roland Heintze, CDU-Sprecher für Neue Medien, in der Lokalpresse zitieren. Eine Restrukturierung sei dringend notwendig. Allerdings haben sich die Verluste offenbar stetig verringert, 2005 sollen es nur noch etwa 800.000 Euro gewesen sein. Dennoch war die Stadt Hamburg schon lange auf der Suche nach und in Gesprächen mit privaten Investoren, bevorzugt aus der Hamburger Verlagswelt. Auch beim Spiegel-Verlag und bei der Investorengruppe um den Briten David Montgomery ("Hamburger Morgenpost") soll sondiert worden sein.

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner bezeichnet das Investment als "weiteren Schritt unserer Digitalisierungsstrategie". Online-Angebote mit lokalen Inhalten würden weiter an Bedeutung gewinnen, so Döpfner. Die Übernahme erfolgt vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kartellbehörde. Die Hamburger Opposition kritisiert derweil den Verkauf des Stadtportals: "Mit der Übernahme von Hamburg.de baut der Axel Springer Verlag mit aktiver Hilfe des Senats seine beherrschende Marktstellung in Hamburg aus", lässt sich Jens Kerstan, wirtschaftspolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion, in lokalen Medien zitieren. Axel Springer dominiert den Hamburger Tageszeitungsmarkt ("Bild", "Hamburger Abendblatt") und ist bei Radio Hamburg sowie beim TV-Regionalsender Hamburg 1 beteiligt. rp
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