Axel Springer schafft Turn-Around / Trendwende im Markt erst 2004

Donnerstag, 13. März 2003
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Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlags, erwartet für 2003 keine Trendwende im Werbemarkt. "Ich schließe eine anhaltende Schwäche der Vertriebs- und Anzeigenmärkte nicht aus, ebenso nicht einen weiteren Rückgang der Auflagen bei Zeitungen und Zeitschriften", sagte er heute bei der Vorlage der Bilanz für 2002 in Berlin. Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr wollte der Chef von Europas größtem Zeitungshaus nicht abgeben.

Vor dem Hintergrund eines drohenden Irak-Konflikts und der anhaltenden Konjunkturflaute sei ein solcher Ausblick unseriös. Einen weitergehenden Personalabbau und die Fortschreibung des 2002 gestarteten Kostensenkungsprogramms schließt er daher nicht aus.

Dank des strikten Sparkurses und der ehrgeizig vorangetriebenen Restrukturierung konnte der Verlag 2002 wieder schwarze Zahlen schreiben. Das Unternehmen erzielte trotz gesunkenem Umsatz von 2,78 Milliarden Euro (minus 3 Prozent) einen positiven Jahresüberschuss von 61 Millionen Euro. Im Vorjahr musste der Verlag noch einen Verlust von 198 Millionen Euro ausweisen. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite liegt bei 16,2 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ebita erhöhte sich von 33 auf 110 Millionen Euro. "Mitten in der schwersten Krise der Medienbranche seit dem 2. Weltkrieg ist uns der Turn-around gelungen", freut sich Döpfner. Im laufenden Jahr will er ebenfalls ein positives Ergebnis erwirtschaften. Einen deutlichen Sprung nach oben schließt er jedoch aus.

Trotz Konsolidierungskurs will Springer im In- und Ausland weiter investieren und manifestiert den internationalen Anspruch mit einem neuen Outfit. Ab Mitte April präsentiert sich der Verlag mit einem neuen Logo, das nur noch den Namen des Unternehmensgründers trägt. "Axel Springer Verlag war zu lang und zu deutsch", erklärt der Vorstandschef. "Axel Springer ist genug". Das alte Logo habe nach fast 20 Jahre gute Dienste geleistet. Döpfner: "Angesichts der grundlegenden Veränderungen im Unternehmen und seinem Aktionärskreis haben wir uns nicht für Design-Anpassung, sondern für ein komplett neues Logo entschieden." Der neue Auftritt beinhaltet die alte Springer-Farben Schwarz/Grün, aber auch das Blau der "Welt"-Gruppe und das Rot der "Bild"-Titel und wurde unter der Ägide von Christoph von Woedtke, Creative Director Information, und Peter Bay, Creative Director Verlagsleitung Frauenzeitschriften, verlagsintern entwickelt. sch
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