Axel Springer räumt Datenpanne ein

Montag, 20. Oktober 2008
Auch der Springer-Verlag muss ein Datenleck melden
Auch der Springer-Verlag muss ein Datenleck melden

Nach der Deutschen Telekom hat es mit Axel Springer jetzt auch ein Medienunternehmen erwischt. Im Internet waren wochenlang sensible Kundendaten der Anzeigenblatt-Tochter WBV Wochenblatt einsehbar. Wie der „Spiegel“ berichtet, handelte es sich dabei unter anderem um Informationen von Kleinanzeigenkunden, die Kontaktanzeigen aufgegeben hatten. Die Datensätze umfassten Namen und Anschrift, Telefonnummer und sogar Bankverbindungsdaten. Es handelte sich vor allem um Inserenten aus dem Hamburger und Berliner Raum, wo Springer jeweils mit rund zwei Dutzend lokalen Anzeigenblättern vertreten ist.

Axel Springer hat die Datenpanne eingestanden. Nach Angaben von WBV-Geschäftsführer Peter Prawdzik habe es sich „um einige Tausend“ Datensätze gehandelt. Nach einem Hinweis sei das Datenleck am 25. September geschlossen worden. Über die Cache-Funktion von Google waren die Daten  von etwa 500 Kunden aber noch bis vergangenen Freitag frei zugänglich.  

Kunden der großen Springer-Zeitungen wie „Bild“ und „Welt“ seien aber nicht von der Datenpanne betroffen, da die Anzeigenblätter über eine unabhängige Datenbank- und IT-Struktur verfügen. In einer Stellungnahme hat sich Axel Springer bei den betroffenen Kunden entschuldigt. "Wir bedauern diesen Vorgang sehr und möchten uns aufrichtig bei allen betroffenen Kunden entschuldigen," sagt Jan Beyer, Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung der Regional- und Abozeitungen bei Axel Springer. Zudem gab Beyer in der Online-Ausgabe der "Berliner Morgenpost" detailliert zu der Datenpanne Auskunft. Derzeit wird geprüft, wie betroffenen Kunden geholfen werden kann. dh
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