Axel-Springer-Verlag rechnet mit moderater Ergebnisverbesserung

Dienstag, 28. Mai 2002

"Wir erleben die größte Krise der Printmedien seit dem Zweiten Weltkrieg", erklärte Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlags, bei der Präsentation des Jahresabschlusses. Die schwierige Konjunkturlage und die gestiegenen Papierpreise haben wie in der gesamten Verlagsbranche auch beim Axel-Springer-Verlag tiefe Spuren hinterlassen. Das operative Ergebnis sank im Geschäftsjahr 2001 von 199 auf 14 Millionen Euro. Nach einem Konzern-Überschuss von 98 Millionen Euro im Jahr 2000 steht nun ein Konzern-Fehlbetrag von 198 Millionen Euro im Jahresabschluss. Der Umsatz sank um 1,3 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro.

Auch in diesem Jahr setzt sich der Abwärtstrend zunächst fort. In den ersten vier Monaten sanken die Anzeigenerlöse um 9 Prozent. Der Vertriebsumsatz konnte dagegen - aufgrund von Preissteigerungen und ausländischen Aktivitäten - um 3 Prozent gesteigert werden. Aufgrund des schlechten Marktumfelds werde ein Umsatzplus im aktuellen Geschäftsjahr nur schwer erreichbar sein, heißt es aus dem Verlag. Auch das Ergebnis werde sich nur moderat verbessern. Positive Impulse im Anzeigenmarkt könnten der Bundestagswahlkampf und die Fußball-WM setzen. Dennoch rechnet der Verlag im Falle der Konjunkturbelebung für den deutschen Werbemarkt nur mit einem Plus von bis zu 1 Prozent.

Die Krise bei Kirch Media und die Put-Option auf die Anteile des Springer-Verlags an Pro Sieben Sat 1 Media sei für den Verlag nicht mit wirtschaftlichen Risiken behaftet, betonte Döpfner: "Die Anteile der Senderfamilie verbleiben so lange im Eigentum des Verlags, bis der vereinbarte Verkaufspreis bezahlt ist oder wir eine wirtschaftlich vertretbare Alternativlösung akzeptiert haben. Ein potenzielles Abschreibungsrisiko besteht in keinem Fall." Über die Zukunft des 40-prozentigen Aktienpakets, das Kirch Media am Springer-Verlag hält, würden derzeit konstruktive Gespräche mit der Deutschen Bank geführt, so der Vorstandschef: "Es gibt im Unternehmen klare Mehrheitsverhältnisse und eine unverrückbare Haltung zur Beibehaltung der Vinkulierung."
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