Axel Springer: Jan Bayer fordert "realistischere" Pressefusionskontrolle

Freitag, 13. Juli 2012
Springer-Zeitungsvorstand Jan Bayer
Springer-Zeitungsvorstand Jan Bayer

Mahnende Worte: Axel Springers Zeitungsvorstand Jan Bayer, seit Januar auf diesem Posten, fordert eine Lockerung der Pressefusionskontrolle, die derzeit im Rahmen der Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen überarbeitet wird. "Mit Blick auf das Wohl der Gattung würde ich mir wünschen, dass das Kartellamt den Werbemarkt realistischer und damit weiträumiger definiert und anerkennt, dass die Werbemarktanteile für Zeitungen immer kleiner werden und ins Internet abwandern", sagt Bayer gegenüber HORIZONT.NET. Man tue der Gattung und damit letztlich auch der Pressevielfalt keinen Gefallen, wenn man den Verlagen nicht mehr unternehmerische Freiheit gebe: "Denn wir alle stehen vor sehr großen Veränderungen." Bayer weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass die aktuelle Überarbeitung der Pressefusionskontrolle Axel Springer selbst gar nicht berührt, weil der Konzern sowieso schon alle diskutierten Umsatzschwellen überschreitet. Allerdings gibt es in der Verlagswelt schon Stimmen, die weitere Lockerungen fordern.

Zudem dürfte dem Konzern mit Blick auf den Werbemarkt daran gelegen sein, dass in seiner Gattung starke Player entstehen. Im Wettbewerb mit anderen Gattungen seien Zeitungen nur dann konkurrenzfähig, "wenn es möglichst starke Vermarkter mit entsprechender Präsenz bei den Mediaagenturen und Kunden gibt", so Bayer. Außerdem sei ihm der Wettbewerb gegen einen weiteren nationalen Zeitungsvermarkter immer noch lieber als eine "diffuse Argumentation gegen Player aus anderen Gattungen mit anderen Spielregeln". rp
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