Axel Springer: Fünf wichtige Erkenntnisse zu iPad-Apps

Montag, 06. September 2010
Christoph Keese: Menschen sind bereit, für elektronische Medien zu bezahlen
Christoph Keese: Menschen sind bereit, für elektronische Medien zu bezahlen
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Axel Springers Konzerngeschäftsführer Public Affairs, Christoph Keese, zieht erste Bilanz zur Ende 2009 angekündigten iPad-App-Offensive des Konzerns. Entgegen vieler Kommentare in der Presse sei Axel Springer sehr zufrieden mit den Apps von "Bild" und "Welt". "Wir haben gute Erfahrungen gemacht", so Keese auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg in Berlin. Hier Springers fünf wichtigste Erkenntnisse: 1. Menschen sind bereit, für elektronische Medien zu bezahlen, wenn sie relevante Inhalte bekommen. Zwar würden manchen Beobachtern die 240.000 Apps, die "Bild" und "Welt" bislang verkauft haben, wenig erscheinen. Angesichts der Verbreitung mit Geräten sei dies durchaus ein Erfolg. Immerhin habe erst jeder 800. Deutsche ein iPad und jeder 40. ein iPhone.

2. Menschen schließen Abonnements für Smartphones und Table-PCs ab. "Die Abo-Umwandlungsrate hat uns überrascht", so Keese auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg.

3. Menschen lesen. Die Nutzungszeiten der Apps seien dramatisch höher als die des HTML-Internets. Sie liegen laut Keese nahe bei 20 Minuten, was auch der durchschnittlichen Nutzung von Tageszeitungen entspricht. Im Internet dagegen sind die User nur wenige Minuten in einem Angebot.

4. PDFs entwickeln sich zur Killer-App. Die Nachfrage nach PDF-Dokumenten, die im Wesentlichen Zeitungslayouts nachbilden, ist erheblich. Der Grund: PDFs haben ein Anfang und ein Ende. "Sie erzeugen beim Leser ein Abgeschlossenheitsgefühl. Das Internet an und für sich erzeugt dagegen Schwindel", so Keese. Die erhebliche Nachfrage sei ein Grund für die Entscheidung der Verlage, ihre Angebote als PDF auszuliefern, nicht unbedingt mangelnde Kreativität.

5. Wer jetzt Apps startet, kann erhebliche Reichweiten aufbauen. Keese: "Jeder ist unternehmerisch gut beraten, sich der Herausforderung zu stellen."

Keese geht davon aus, dass die derzeitige Entwicklung erst der Anfang ist. Laut Prognosen werden die Preise für Tablet-PCs bis zum Weihnachtsgeschäft 2011 auf 199 Euro sinken, bis 2012 auf 99 Euro und schon 2013 werde es die Geräte zum Preis von einem Euro geben, wenn man auch einen Vertrag abschließt. "Man kann davon ausgehen, dass Tablet-PCs auf deutsche Weihnachtsbäume prasseln werden", so Keese. pap
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