Axel Springer: Döpfner will Umsatzanteil von Online auf 50 Prozent steigern

Montag, 22. Juni 2009
Springer-Chef Döpfner will Online-Aktivitäten ausbauen
Springer-Chef Döpfner will Online-Aktivitäten ausbauen

Der Axel-Springer-Konzern rechnet damit, dass Kunden künftig für hochwertige Online-Inhalte zu zahlen bereit sind. Dies sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Penny-Medium oder Umsatzstar?

So unterschiedlich schätzen die Vordenker in Deutschlands Medienhäuser das Umsatzpotenzial des Internets ein. Für Hubert Burda ist es ein Medium, in dem Verleger trotz aller Anstrengungen nur „lausige Penny" verdienen. Für Mathias Döpfner ist es das Universum, das in zehn Jahren 50 Prozent des Axel-Springer-Umsatzes ausmachen wird. Worauf Döpfner eine Antwort schuldig bleibt: Kommen diese 50 Prozent zustande, weil a) Online bei gleichzeitiger Erholung von Print absolut soviel zulegen wird, dass sich das im relativen Umsatzverhältnis entsprechend bemerkbar macht ; oder b) weil Print auch bei Springer soviel verliert, dass Online unabhängig vom absoluten Zuwachs im relativen Verhältnis dramatisch an Boden gut macht? vs

Kostenlose Online-Inhalte seien kein Geschäftsmodell für die Zukunft, so Döpfner. In den kommenden zehn Jahren möchte er die Online-Aktivitäten des Verlags so weit ausbauen, dass er die Hälfte des Umsatzes des Verlags in dieser Sparte erwirtschaftet. Den derzeitigen Anteil des Umsatzes aus dem Online-Geschäft am Gesamtumsatz beziffert Dow Jones Newswires auf 17 Prozent. Dazu tragen vor allem Bild.de, das Preisvergleichsportal Idealo und der Mehrheitsanteil frauenaffinen Portal Go.feminin bei.

Döpfner kündigte zudem an, die Multimedia-Präsenz von Springer durch Akquisitionen erweitern. Ein mögliches nächstes Ziel sei der Einstieg in TV-Aktivitäten in Polen, Ungarn, der Schweiz und in Frankreich, wo Springer bereits starke Marktpositionen hat. Es gebe aber "keine konkreten Pläne", sagte Döpfner. HOR
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