Axel Springer: Döpfner gibt 7-Jahres-Plan für Digitalisierung bekannt

Mittwoch, 10. März 2010
Für Mathias Döpfner ist die Scout-Gruppe "hoch interessant"
Für Mathias Döpfner ist die Scout-Gruppe "hoch interessant"

Axel Springer verfolgt bei dem Ausbau seines Digitalgeschäfts ehrgeizige Ziele. "In sieben Jahren sollen 50 Prozent des Umsatzes aus diesem Segment kommen." Dies gab der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner bei der heutigen Bilanzpressekonferenz in Berlin bekannt. Um das Ziel zu erreichen, plant Döpfner Zukäufe von großen Inhalten- und Rubrikenportalen sowie Performance-orientierten Vermarktern. Großes Interesse bekundet der Manager an der Scout-Gruppe, die unter anderem die Websites Immobilien- und Autoscout betreibt. Eine solche Transaktion wäre für Springer "hoch interessant". Zu Döpfners Leidwesen steht das Unternehmen jedoch derzeit nicht zum Verkauf. Ein weiteres zentrales Wachstumsfeld sieht Döpfner im Mobile-Markt. Hier plant er in den nächsten Jahren hohe organische Investitionen.

Bis die 50-Prozent-Marke geknackt werden kann, ist viel Arbeit nötig. 2009 lag der Anteil der Pro-forma Erlöse im digitalen Business bei 21 Prozent des Gesamtumsatzes. Das heißt: Jeder fünfte Euro, den Axel Springer erwirtschaftet, kommt aus dem Bereich. Von den Werbeerlösen kamen 2009 rund 30 Prozent aus dem digitalen Geschäft. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von 8 Prozentpunkten.

Im europäischen Vergleich liegt Axel Springer in Sachen Digitalisierung auf Platz 2. Allein Schibsted ist noch weiter fortgeschritten. Bei dem norwegischen Unternehmen beträgt der Online-Anteil am Gesamtumsatz 24 Prozent. Der Großteil der europäischen Zeitungsverlage weist Werte im einstelligen Bereich auf. bn
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