Axel Springer: Digitale Medien und "Bild für alle" sichern Erfolg

Mittwoch, 08. August 2012
Erfolgreich mit digitaler Strategie: Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner
Erfolgreich mit digitaler Strategie: Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner


Die Axel Springer AG meldet auch für das erste Halbjahr 2012 positive Zahlen: Der Konzernumsatz stieg um 6,2 Prozent, bereinigt um Konsolidierungseffekte sind es allerdings nur 2,5 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte in den ersten sechs Monaten um 6,9 Prozent zu. Wachstumstreiber waren erneut die digitalen und inländischen Medien mit der "Bild" an der Spitze. Die Geschwindigkeit, mit der der Medienkonzern die Digitalisierung vorantreibt, ist hoch - genau wie das Wachstum des Bereichs. Der Umsatz im Segment der digitalen Medien kletterte um 24,6 Prozent auf 542,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 435,1 Millionen), organisch sind es 12,8 Prozent. Die Werbeerlöse wuchsen mit einem Umsatzplus von 27,4 Prozent noch stärker als die übrigen Erlöse mit einem Anstieg von 11,6 Prozent. Die Dynamik der Geschäftsentwicklung zeigt sich in einem Anstieg des EBITDA von 55 Prozent auf 110,7 Millionen Euro.

Damit trugen die digitalen Medien in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr als ein Drittel zum Gesamtumsatz bei und sollen die leicht rückläufigen Erlöse im Printgeschäft "mehr als kompensieren", so der Konzern, der erstmals Kennzahlen für die drei digitalen Säulen Journalistische Portale und andere digitale Medien, Performance Marketing sowie Axel Springer Digital Classifieds vorlegt. In der ersten Säule - den Portalen um "Bild.de" und "Welt online" - verzeichnet Springer einen Umsatzanstieg um 31,4 Prozent auf 175,9 Millionen Euro, das EBITDA stieg um 37,4 Prozent auf 43,2 Millionen Euro.

Als besonders profitabel erwiesen sich im 1. Halbjahr 2012 auch die in der Axel Springer Digital Classifieds gebündelten Rubrikenportale "Seloger", "Immonet", "Stepstone" sowie die im April erworbene "Totaljobs". Hier erhöhte sich der Umsatz um 56,9 Prozent auf 149,4 Millionen Euro. Mehr als verdoppelt hat sich das EBITDA - es kletterte von 31,1 auf 63,7 Millionen Euro.

Trotz der strukturellen Herausforderungen bleiben auch die nationalen Printmedien aus dem Hause Springer, allen voran die "Bild"-Zeitung, noch attraktiv für Werbeträger. So nahm der Umsatz im Bereich der nationalen Zeitungen durch die zusätzlichen Erlöse der Geburtstagsausgabe "Bild für alle" sogar leicht zu und stieg von 565,1 Millionen auf 568,3 Millionen Euro. Die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 60. Geburtstag sorgten auch für einen Anstieg der Werbeerlöse um 2,1 Prozent. Die Vertriebserlöse gingen jedoch um 1 Prozent zurück.

Im Bereich Print International dagegen machen sich die anhaltend schwierigen konjunktuellen Rahmenbedingungen deutlicher bemerkbar. Die Erlöse des Segments gingen um 7,3 Prozent auf 219,3 Millionen Euro zurück (1. Halbjahr 2011: 236,6 Millionen). Organisch beläuft sich der Umsatzrückgang auf 4,6 Prozent, die Vertriebsverlöse verminderten sich um 4,5 Prozent. Mit 11,3 Prozent - bereinigt 8,9 Prozent - fiel der Rückgang bei den Werbeerlösen erheblich stärker aus.

Dennoch rechnet der Springer-Vorstand um Vorsitzenden Mathias Döpfner für den Rest des Jahres mit einem Anstieg der Konzernerlöse im einstelligen Prozentbereich, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich nicht signifikant. Im Printgeschäft sind bereits Ergebnisrückgänge eingeplant - das digitale Plus soll dagegen deutlich über dem Vorjahreswert liegen. kl
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