Axel Springer: Digitale Medien gleichen Minus im Kerngeschäft aus

Mittwoch, 09. Mai 2012
Springer-Chef Mathias Döpfner hat Grund zur Freude
Springer-Chef Mathias Döpfner hat Grund zur Freude


Axel Springer ist sehr gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. Vor allem steigende Erlöse aus dem Digitalgeschäft haben dem Medienkonzern im 1. Quartal 2012 ein Umsatzwachstum von 7,1 Prozent beschert. Die Erlöse aus den digitalen Geschäftsfeldern liegen nur noch knapp hinter dem nationalen Zeitungsgeschäft. Sorgen bereitet dem Konzern dagegen das internationale Printgeschäft. Der Konzernumsatz stieg im 1. Quartal um 7,1 Prozent auf 789 Millionen Euro. Bereinigt um Konsolidierungserlöse lag das Umsatzwachstum bei 2,8 prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte 136,5 Millionen Euro - ein Plus von 7,5 Prozent.

Ein Drittel des operativen Ergebnisses kommt inzwischen aus dem digitalen Geschäft. Der Umsatz des Segments wuchs um fast ein Drittel (30,1 Prozent) auf 263,1 Millionen Euro - exakt ein Drittel des Gesamtumsatzes des Konzerns. Bei den Werbeerlösen steuern die digitalen Medien inzwischen mehr als die Hälfte des Umsatzes bei. Beim EBITDA liegt der Anteil der digitalen Medien bei 34,4 Prozent.

Im traditionellen Zeitungsgeschäft ging der Umsatz dagegen leicht zurück auf 275,9 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 279,9 Mio.). Dabei konnte Springer durch eine Steigerung der Vertriebserlöse (plus 1,6 Prozent) das Minus von 5 Prozent bei den Werbeerlösen zumindest teilweise auffangen. Vor allem bei der "Bild" hat Springer erneut an der Preisschraube gedreht.

Während sich das Segment Zeitschriften national mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 115,5 Millionen Euro stabil entwickelte, bereitet das internationale Printgeschäft dem Konzern derzeit Sorgen: Durch "schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen in wichtigen Auslandsmärkten" sank der Umsatz des Segements um 7,3 Prozent auf 104,6 Millionen Euro. Das Ebitda sackte von 19,1 Millionen Euro auf 11,9 Millionen Euro ab.

Konzernchef Mathias Döpfner ist dennoch sehr zufrieden mit den Ergebnissen des ersten Quartals: "Im ersten Quartal knüpften wir nahtlos an die ausgezeichnete Geschäftsentwicklung des Rekordjahres 2011 an. Mittlerweile stammen bereits mehr als die Hälfte der gesamten Werbeerlöse und ein Drittel des operativen Ergebnisses von Axel Springer aus dem digitalen Geschäft. In den vergangenen Monaten haben wir unsere digitalen Aktivitäten zudem mit gezielten Akquisitionen weiter verstärkt und hier vor allem die internationale Expansion vorangetrieben."

Für das Gesamtjahr 2012 rechnet der Medienkonzern weiterhin mit einem Anstieg der Erlöse im einstelligen prozentbereich - sofern "es zu keiner signifikanten Eintrübung der konjunkturellen rahmenbedingungen kommt". dh
Meist gelesen
stats