Axel Springer: Die Digitalstrategie geht auf

Mittwoch, 07. November 2012
Die aktuellen Quartalszahlen bestätigen Springer-Chef Mathias Döpfner
Die aktuellen Quartalszahlen bestätigen Springer-Chef Mathias Döpfner


Mathias Döpfner darf sich bestätigt fühlen. Denn die fortschreitende Digitaliserung spiegelt sich auch in den ersten neun Monaten 2012 in der Geschäftsentwicklung der Axel Springer AG wider. Die digitalen Medien, auf die der Vorstandsvorsitzende mit Nachdruck seinen Fokus legt, bleiben mit einem Umsatzplus von 21,5 Prozent der Wachstumsmotor, während vor allem die inländischen Printmedien immer mehr nachgeben. So fiel der Umsatz auch im Segment Zeitungen National mit dem Zugpferd "Bild" an der Spitze um 2 Prozent auf 836,7 Millionen Euro. Durch das starke Wachstum der digitalen Medien verzeichnet der Konzern im Berichtszeitraum ein Umsatzplus von 3,9 Prozent, bereinigt um Konsolidierungseffekte sind es allerdings nur 0,4 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 2,9 Prozent auf 459,3 Millionen Euro (3. Quartal 2011: 446,3 Millionen). Der Anteil der digitalen Medien am Konzernumsatz liegt mittlerweile bei 34,6 Prozent, zum EBITDA trugen sie 36,1 Prozent bei. Im digitalen Segment selbst liegt der Umsatz bei 823,3 Millionen Euro - die Werbeerlöse leisteten mit einem Zuwachs von 24,5 Prozent den größten Beitrag, die übrigen Erlöse legten um 7,7 Prozent zu.

Ein Abwärtstrend zeichnet sich im Segment Zeitungen National ab. Zwar liegt die EBTDA-Rendite in den ersten neun Monaten mit 23,6 Prozent fast auf Vorjahresniveau, der Umsatz der inländischen Zeitungen, mit der "Bild"-Zeitung als Zugpferd, ging jedoch um 2 Prozent auf 836,7 Millionen Euro (2011: 854,1 Millionen) zurück. Sowohl die Vertriebs- als auch die Werbeerlöse gaben um etwas mehr als 2 Prozent nach.

Rückläufige Erlöse muss Springer auch bei den inländischen Zeitschriften schlucken. Das Umsatzminus von 4 Prozent (339 Millionen Euro/2011: 353,1 Millionen) führt der Konzern zum Teil auf eine kalenderbedingt geringere Zahl an Erscheinungstagen als im Vorjahreszeitraum zurück. Die Vertriebserlöse sinken zusammen mit den Auflagenzahlen: Hier liegt das Minus bei 3,1 Prozent, die Werbeerlöse lagen 8,7 Prozent unter dem Vergleichswert von 2011.

Dass die Werbeerlöse im Printbereich weit unter den Erwartungen liegen, sagt auch Vorstandsvorsitzender Döpfner: "Wir verfolgen deshalb mit Nachdruck unsere bewährte Strategie, die Strukturen im deutschsprachigen Kerngeschäft systematisch auf das veränderte Nutzungsverhalten auszurichten und noch effizienter zu werden." Die bereits angekündigte Redaktionsgemeinschaft zwischen der Welt-Gruppe, der "Berliner Morgenpost" und des "Hamburger Abendblatts" sei hierzu ein wesentlicher Schritt.

Denn auch im Bereich Print International schwächelt das Geschäft, laut Springer vor allem aufgrund der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen in Osteuropa. Die Erlöse gingen in den ersten neun Monaten um 8,6 Prozent auf 320 Millionen Euro zurück (III/2011: 350 Millionen), ohne  Konsolidierungs- und Währungseffekte um 6 Prozent. Die bereinigten Vertriebserlöse fielen um 3,6 Prozent, die Werbeerlöse um 10,5 Prozent.

Ergebnisrückgänge im Printgeschäft erwartet der Springer-Vorstand auch weiterhin, die allerdings durch die steigenden Digitalerlöse "mehr als aufgefangen" werden sollen. Insgesamt rechnet der Konzert für das Jahr 2012 mit einem Anstieg der Erlöse im einstelligen Prozentbereich. kl




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