Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner dementiert Geheimverhandlungen mit Microsoft

Montag, 23. November 2009
Keine Geheimverhandlungen mit Microsoft: Matthias Döpfner
Keine Geheimverhandlungen mit Microsoft: Matthias Döpfner

Der Vorstandschef des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, hält die derzeitige Medienkrise im Wesentlichen für eine Krise des Journalismus'. "Wir müssen uns auf das Primat des Inhalts besinnen", sagte Döpfner am Sonntag auf einer Veranstaltung der "Zeit" in Hamburg laut dpa. Der Erfolg der Branche hänge von journalistischen Tugenden ab wie Recherche, Neuigkeiten, Sprache und Haltung: "Am Ende zählt das Charisma des Inhalts", so Döpfner. Zudem bekräftige der 46-Jährige das Ziel, dass Axel Springer in zehn Jahren 50 Prozent seines Umsatzes mit digitalen Angeboten machen wolle. Ob Onlineangebote künftig von den Nutzern teilweise bezahlt werden - auch dies hänge von den Inhalten ab, so Döpfner. Das Medienhaus veröffentlichte am Wochenende erstmals das kostenpflichtige Digitalmagazin "Welt am Sonntag E-Mag" als multimediale Erweiterung der Printausgabe. Anfang Dezember will Axel Springer die ersten kostenpflichtigen I-Phone-Anwendungen für "Bild" und "Welt" vorstellen.

Branchengerüchte, wonach Springer mit anderen europäischen Medienunternehmen Geheimverhandlungen mit Microsoft (Suchmaschine Bing) über ein strategisches Bündnis gegen Google führe, dementierte Döpfner laut Welt Online "entschieden". Nach seiner Auffassung sei es besser, Google davon zu überzeugen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sei, in dem für die Nutzung fremder Inhalte auch bezahlt werden müsse, so Döpfner laut dem Springer-eigenen Portal Welt Online. Allerdings: Sollte es dieses geheimnisvolle Treffen und die zentrale Überlegung dabei - kollektives Aussperren von Google zugunsten von Bing - doch gegeben haben, dann würden Springer und andere Verlage wohl ebenso dementieren, weil solche Verabredungen Europas Kartellämter auf den Plan rufen dürften. rp
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