Axel Springer: „Bild“ baut Freizeitpark

Freitag, 25. September 2009
"Bild" will mit Events Geld verdienen
"Bild" will mit Events Geld verdienen

Nach Print, Web und Mobile überträgt Axel Springer seine Parademarke „Bild" künftig vielleicht auch auf Live-Kommunikation: Unter dem augenzwinkernden Arbeitsmotto „We Bild the City" plant Springer im kommenden Jahr die zwölftägige Großveranstaltung „Bild Stadt" - eine Mischung aus Freizeitpark, Volksfest, Verbrauchermesse, Event- und Konzertspektakel sowie Kindergeburtstag. Die Pilotveranstaltung soll vom 13. bis 24. Mai auf einem Kirmesplatz (Fläche: 100.000 Quadratmeter) in Herne stattfinden. In diesem Zeitraum liegen vier Sonn- und Feiertage sowie das Champions-League-Finale, zu dem ein Public-Viewing stattfinden könnte. Vom zentralen Standort (Einzugsgebiet: 6 Millionen Einwohner) mitten in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, verspricht sich Axel Springer, in den zwölf Tagen insgesamt zwischen 300.000 und 600.000 Besucher anlocken zu können. Ziel ist es, „für die gesamte Familie den perfekten Tag zu gestalten sowie die ,Bild‘-Marken dreidimensional und erlebbar darzustellen", sagt „Bild am Sonntag"-Verlagsleiter Tobias Kuhn.

Ziel ist es aber vor allem, mit dem Projekt Geld zu verdienen: Das Event soll die Besucher Eintritt kosten - mehr als eine Kinokarte, aber weniger als ein Konzertticket. Zahlen nennt Kuhn noch keine. Die zweite Erlössäule ist die Vermarktung: Große Markenartikler können sich und ihre Produkte etwa mit Promotion-Aktionen und Sponsoring in und auf den passenden Zelten, Freiflächen und Bühnen, die nach den „Bild"-Titeln („Bild", „Sport Bild", „Auto Bild", „Computer Bild", „Bild der Frau") gebrandet sind, präsentieren. Kleinere Unternehmen können auf Shopping-Flächen in der „Bild Markthalle" ausstellen; hier fungiert die Messe Frankfurt als Vermarktungs-Dienstleister. Auch eine "Kinderwelt" soll es geben.

Springers Vermarktungs-Unit Axel Springer Media Impact (ASMI) beginnt in diesen Tagen mit der Akquisition möglicher Kunden. Crossmedia-Pakete mit den „Bild"-Medien sind möglich und wahrscheinlich. Doch immer wieder betont Kuhn, dass man sich derzeit erst in der Planungsphase befinde. Das bedeutet: Wenn ASMI keine Vermarktungskunden in die „Bild Stadt" locken kann, wird auch das Pilotprojekt im Mai 2010 nicht stattfinden. Doch er rechnet natürlich mit einem Erfolg - und dann könnte das Großevent in Zukunft auch auf Tournee in andere Städte gehen. Die Publikumskampagne für die Pilotveranstaltung in Herne wird die Hamburger Agentur Jung von Matt gestalten, erklärt „Bild"-Gesamtwerbeleiterin Tanja Hackner und nennt ein mögliches Motto: "Spaß, Stars und Shoppen". rp
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