Axel Springer: Bild-Portal soll Schlagkraft des Verlags im Internet erhöhen

Freitag, 26. Oktober 2007
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Der Medienkonzern Axel Springer will nach HORIZONT-Informationen sein größtes Internetportal Bild.T-Online bereits ab kommendem Jahr alleine betreiben, um dort möglicherweise alle Internetaktivitäten des Hauses zu bündeln. Bisher hält die Deutsche Telekom (T-Online) 37 Prozent am Joint-Venture. "Wir möchten T-Online aus dem Joint-Venture herauskaufen, um das Portal stärker mit unseren übrigen Angeboten zu vernetzen", erfuhr HORIZONT aus Verlagskreisen. Das "Handelsblatt" berichtet, der Deal sei bereits eingeleitet und zitiert einen "Unternehmensinsider": "Es gibt eine Verabredung zwischen Springer-Chef Mathias Döpfner und Telekom-Chef René Obermann." Seit längerem kursierende Gerüchte, wonach Bild.T-Online-Vorstandschef Philipp Welte mit Springer- und Telekom-Vorständen verhandelt, kommentiert der Verlag bisher nicht.

Christian Nienhaus, Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung der Zeitungsgruppe Bild, hatte ein mögliches Ende des Joint-Ventures im HORIZONT-Interview angedeutet: Aus Sicht der Marke "Bild" müsste Axel Springers wichtigstes Internetportal längst "Bild.de" heißen und ohne T-Online arbeiten, bestätigte Nienhaus und ergänzte: "Die Kooperation ist erfolgreich. Ich hätte aber auch nichts gegen eine 100-prozentige Markenverantwortung."

Möglicherweise betrifft die stärkere Vernetzung, die mit dem Alleinbetrieb des "Bild"-Portals erreicht werden soll, auch die Vermarktung: "Wir prüfen derzeit, ob es sinnvoll und machbar ist, die Vermarktung aller Internet-Aktivitäten von Axel Springer zu bündeln", heißt es in Verlagskreisen. Dies könnte auch unter dem Dach eines "Bild"-Portals geschehen. Damit könnten die Online-Angebote des Hauses "kraftvoller im Markt platziert" werden, heißt es. rp





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