Ausverkauf: AOL stößt 800 Patente an Microsoft ab

Dienstag, 10. April 2012
AOL-Chef Tim Armstrong
AOL-Chef Tim Armstrong

AOL versilbert einen Großteil seiner Patente. Der Internetkonzern stößt mehr als 800 Schutzrechte an Microsoft ab. Der Softwareriese nimmt dafür mehr als eine Milliarde Dollar in die Hand. Zudem erhält Microsoft eine nicht-exklusive Lizenz für alle verbleibenden Patente. "Die Vereinbarung mit Microsoft ist der Höhepunkt eines höchst robust geführten Auktionsprozesses für unser Patent-Portfolio", beschreibt AOL-Chef Tim Armstrong die Verhandlungen. Microsoft hat damit im weltweiten Kampf um Technologiepatente Wettbewerbern wie Google und Facebook in der Tat ein Schnippchen geschlagen. Laut Brad Smith, Executive Vice President for Legal and Corporate Affairs bei Microsoft, hat sich der Konzern bei der Auktion ein "werthaltiges Portfolio" gesichert, das Microsoft seit Jahren im Blick gehabt und in den vergangenen Monaten im Detail geprüft habe.

AOL hält nach eigenen Angaben nach dem Deal noch etwa 300 eigene Patente, darunter die für Online-Advertising, Suche, Content Generation, Social Networking und Mapping. Auch diese Rechte kann AOL noch an Microsoft verkaufen. Allerdings erhält eine Lizenz zur Verwendung der Microsoft-Patente.

Der einstige Internet-Gigant AOL hat in den vergangenen Jahren gegenüber Facebook, Google und Co deutlich an Bedeutung verloren. Das Geschäft mit Internetzugängen, das AOL einst groß gemacht hatte, wurde wegen massiver Verluste bereits vor Jahren abgestoßen. Zuletzt konzentrierte sich der Konzern vor allem auf das Geschäft mit Inhalten und Online-Werbung. So übernahm AOL etwa die US-Onlinezeitung "Huffington Post" und kaufte das lokale Nachrichtenportal Patch sowie den Technologie-Blog TechCrunch. mas
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