Ausgegruschelt: Holtzbrinck verkauft VZ-Netzwerke

Dienstag, 11. September 2012
Die VZ-Netzwerke bekommen einen neuen Eigentümer
Die VZ-Netzwerke bekommen einen neuen Eigentümer

Seit Monaten wird über die Zukunft der kriselnden Netzwerke studiVZ, meinVZ und schuelerVZ spekuliert. Jetzt zieht Holtzbrinck endgültig einen Schlussstrich unter das VZ-Kapitel. Der Stuttgarter Medienkonzern wird die drei sozialen Netzwerke an eine Investmentgesellschaft verkaufen.

Entwicklung der Visits der VZ-Netzwerke (in Mio.) von August 2010 bis August 2012

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StudiVZ, dessen Mitglieder sich nicht wie bei Facebook anstupsen, sondern "gruscheln",  gehörte einst zu den erfolgreichsten sozialen Netzwerken in Deutschland. Ebenso wie die Nachfolgeangebote meinVZ und schuelerVZ versank das Angebot allerdings mit dem Aufstieg von Facebook in der Bedeutungslosigkeit. In welchem Ausmaß die VZ-Netzwerke zuletzt an Boden verloren haben zeigen die IVW-Zahlen: So sank die Zahl der Visits seit August 2010 von 408 Millionen auf nur noch 31 Millionen im August 2012 (siehe Chart).

Die Kontrolle bei studiVZ, meinVZ und schuelerVZ übernimmt künftig Vert Capital Corp. Die Investmentgesellschaft wird den Betreiber der drei Angebote, Poolworks Ltd, von Holtzbrinck Digital übernehmen. Die Transaktion ging bereits am heutigen Dienstag über die Bühne. Wieviel der Verkauf Holtzbrinck einbringt, ist unbekannt. Zum Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. So ganz abgeschlossen hat Holtzbrinck mit dem Thema VZ aber noch nicht. Die Vereinbarung sieht vor, dass die in München ansässige Online-Tochter des Holtzbrinck-Konzerns das Portal schuelerVZ weiterhin nutzen darf. Zudem soll das im Mai 2012 aus Poolworks ausgegründete Technologie-Center Devbliss als Beteiligung von Holtzbrinck Digital für übergreifende Digitalprojekte innerhalb der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ausgebaut werden.

Vert Capital hat mit den VZ-Netzwerken viel vor. Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben eine Vielzahl von digitalen Angeboten betreibt und im Bereich Social Media weiter wachsen will, plant sogar, den Funktionsumfang für die Nutzer zu erweitern. 

Markus Schunk, Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital
Markus Schunk, Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital
„Die Jugendlichkeit der VZ-Netzwerke in Kombination mit einer nach wie vor breiten Nutzerbasis und einer etablierten Marktposition in Deutschland sind ausschlaggebend für die heutige Akquisition, die ausgezeichnet zu unseren Investitionsschwerpunkten passt", sagt Jason Thonis, Unternehmenssprecher von Vert Capital. "Für die Neuausrichtung der VZ-Netzwerke haben wir erste gute Ideen und sind zuversichtlich, mit unserer breiten und fundierten Erfahrung erfolgreich zu sein", so Thonis weiter.

Markus Schunk, Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital, glaubt mit Vert Capital einen geeigneten Käufer für die VZ-Netzwerke gefunden zu haben. "Durch entsprechende Vereinbarungen konnten wir sicherstellen, dass wir der Zielgruppe von schuelerVZ auch weiterhin alternative und relevante Angebote machen können", so Schunk. Dies sei, insbesondere mit Bezug auf Bildungsthemen, "von strategischem Interesse für Holtzbrinck Digital.“ mas
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