Ausgaben für Onlinewerbung verdoppeln sich

Montag, 07. Januar 2008
Zieht positive Bilanz: BITKOM-Präsident Scheer
Zieht positive Bilanz: BITKOM-Präsident Scheer

Das Jahr 2007 war das Jahr der Online-Werbung. Darauf lässt jedenfalls eine aktuelle Auswertung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Berlin schließen. Danach sind die Umsätze mit grafischer Online-Werbung in Deutschland im vergangenen Jahr sprunghaft auf netto 976 Millionen Euro geklettert. Das ist ein Plus von 103 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als Banner, Pop-Ups und Co lediglich 480 Millionen Euro in die Kassen der Webseiten-Betreiber spülten. „2007 war ein echter Meilenstein für die grafische Online-Werbung in Deutschland“, kommentiert BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer die Ergebnisse der Auswertung, die auf einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts Thomson Media Control basiert. Danach sind die Ausgaben für grafische Online-Werbung 2007 von Quartal zu Quartal ohne Unterbrechung angestiegen. "Besonders stark waren die letzten drei Monate des vergangenen Jahres. Hier betrugen die Gesamtumsätze bereits 348 Millionen Euro", so Scheer.

Methodik

Die Angaben basieren auf einer Erhebung von Thomson Media Control und umfassen alle Formen klassischer Online-Werbung. Dazu zählen grafische Werbemittel wie Banner, Pop-Ups und Streaming Ads. Suchwort-Marketing und Affiliate-Marketing sind nicht eingeschlossen. Ausgewiesen ist der hochgerechnete Nettoumsatz. Im Gegensatz zum Bruttoumsatz gibt er nicht die Summe der Listenpreise wieder, sondern berücksichtigt unter anderem geschätzte Rabatte und Agenturprovisionen. Der Unterschied zwischen Brutto- und Nettoumsatz stellt also den Unterschied zwischen formell ausgewiesenen und tatsächlich bezahlten Anzeigenpreisen dar.


Zum Wachstum beigetragen haben vor allem die Telekommunikationsanbieter und Internetplattformen, die unter dem Strich 223 Millionen Euro in grafische Online-Werbung investiert haben. Auf dem zweiten Platz folgen Handels- und Versandhäuser, die sich ihre Online-Werbung 189 Millionen Euro kosten ließen, gefolgt von Medien und Entertainmentanbietern (119 Millionen Euro), Banken und Finanzdienstleistern (116 Millionen Euro) sowie Kfz-Firmen (89 Millionen Euro). Eine untergeordnete Rolle spielt die Online-Werbung dagegen offenbar für Pharmaunternehmen, die nach wie vor stark auf klassische Werbung in TV und Print setzen. Konsequenz: Für Onlinewerbung blieb branchenweit gerade einmal ein Betrag von 6,5 Millionen Euro übrig.

Mitte dieser Woche werden weitere Zahlen zur Entwicklung des Online-Werbemarktes vorliegen. Dann veröffentlicht auch Nielsen Media Research die Gesamtbilanz für das Jahr 2007. Bis einschließlich November hatte das  Hamburger Medienforschungsunternehmen die Ausgaben für Onlinewerbung für das Jahr 2007 auf 995.000 Euro taxiert. Anders als Thompson Media Control handelt es sich bei den Nielsen-Zahlen allerdings um Brutto-Ausgaben.
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