Aus für die "Abendzeitung": Nürnberger Verleger stellt Boulevard-Blatt ein

Freitag, 28. September 2012
Das Logo der "AZ" verschwindet ab Samstag vom Nürnberger Zeitungsmarkt
Das Logo der "AZ" verschwindet ab Samstag vom Nürnberger Zeitungsmarkt

Abschied von der Nürnberger "Abendzeitung": Gunther Oschmanns Versuche, einen Käufer für sein defizitäres Blatt zu finden, sind gescheitert. Am Samstag erscheint einer Pressemitteilung des Verlags zufolge die letzte Ausgabe. "Die Einstellung der Zeitung ist eine äußerst bedauerliche und schmerzhafte Entscheidung", kommentiert Geschäftsführer Roland Finn. Doch alle Anstrengungen, das Blatt mit neuem Leben zu füllen, hätten Leser und Anzeigenkunden nicht wie erhofft überzeugt. "Ob sich angesichts der sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der großen Einflüsse des Internets das Geschäftsmodell eines regionalen Boulevardblattes in Zukunft überhaupt wirtschaftlich gestalten lässt, erscheint fraglich“, so Finn weiter. Und auch Chefredakteur Peter Groscurth bedauert, dass das Konzept einer stark regional ausgerichteten Boulevardzeitung für die Region Nürnberg nicht aufgegangen sei. Von der Schließung sind 50 Mitarbeiter betroffen, die Hälfte der Redaktion.

Oschmann hatte die "Nürnberger Abendzeitung", ein Ableger der "Münchner Abendzeitung", im Februar 2010 übernommen. Mit einer stärker regionalen Ausrichtung und einer Vollredaktion wollte er das Blatt in der fränkischen Metropole wieder profitabel machen. Doch selbst die Überarbeitung des Layouts und des redaktionellen Konzepts im Frühjahr 2011 fruchteten nicht mehr, die Auflage sank weiter. Zuletzt verkaufte die Zeitung noch knapp 14.000 Exemplare (IVW 2/2012). Bereits in der vergangenen Woche waren die schwierige Lage des Blattes und Oschmanns Verkaufsabsichten publik geworden. kl
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