Aus für Chatter: Star- und Modemagazin floppt auf ganzer Linie

Freitag, 17. September 2010
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Das wars mit dem Markttest: Burda nimmt sein wöchentliches Tratschmagazin "Chatter" mit Ausgabe 38 vom Markt. Das Anfang Juli gestartete Magazin hat die Verkaufserwartungen des Verlags nicht erfüllt. Mit der ehrgeizigen Garantieauflage von 500.000 Exemplaren und zu einem Dumpingpreis von 50 Cent gestartet, konnten zuletzt im Schnitt nur 220.000 Hefte verkauft werden. Die Copypreiserhöhung auf 70 Cent und der Einsatz des neuen Chefredakteurs Robert Pölzer haben offenbar auch nicht geholfen. Geschäftsführer Reinhold G. Hubert hat heute die Reißleine gezogen: „Wir haben, in der uns selbst gesetzten Frist, für den Test unter Marktbedingungen nur einen Teilerfolg erreicht aber nicht den anvisierten Massenmarkt, deshalb ist es unternehmerisch konsequent, das Projekt noch in dieser Testphase zu stoppen." Die 12-köpfige "Chatter"-Redaktion in Offenburg wird aufgelöst.

Zwei Monate lang hatten die Offenburger Medienpark Verlage die Zeitung, zunächst noch unter der Chefredaktion von Boris Hächler, getestet. Letztlich hatte das Heft, das sich irgendwo zwischen Frauenzeitschrift, People- und Modemagazin platziert werden sollte, keine wirtschaftliche Perspektive mehr. Die Zielgruppe - Leserinnen zwischen 18 und 50 Jahren - war extrem breit gefächert.

Insgesamt also ein tapferer aber teurer Versuch - auch mit Blick auf die Vermarktung: Die Hamburger Agentur Nordpol gestaltete zur Einführung des Titels TV-Spots im Paparazzi-Stil, das Gesamtbudget der Kampagne lag bei 3,6 Millionen Euro.

Hubert Burda Media will weiter an Zeitschriftenkonzepten für den jungen Markt arbeiten. Dafür steht den Verlagen des Konzerns jährlich ein zweistelliger Millionenbetrag zur Projektentwicklung zur Verfügung. se 
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