Aus der Traum: Kartellamt hat Einwände gegen Joint-Venture von T-Online und Bild.de

Donnerstag, 28. Februar 2002

Das Bundeskartellamt will offenbar die Joint-Venture-Pläne von T-Online und Bild.de vereiteln. Wie Stefan Siebert, Sprecher der Wettbewerbebehörde, auf Anfrage von HORIZONT.NET mitteilt, haben die Unternehmen eine Abmahnung des Bundeskartellamts erhalten, in der das Amt seine Bedenken gegen die Fusionspläne zum Ausdruck bringt.

Laut Siebers stehen dem Joint-Venture nach Ansicht des Bundeskartellamts wettbewerbsrechtliche Hindernisse im Weg. So würde sich T-Online durch die geplante 37-prozentige Beteiligung an Bild.de attraktive Exklusivinhalte sichern. Dies könne laut Siebert dazu führen, dass sich die marktbeherrschende Stellung der Telekom-Tochter im Markt der Internet-Sertvice-Provider verstärke.

Zudem verfüge T-Online durch die Anbindung an den Mutterkonzern Deutsche Telekom über einen klaren Wettbewerbevorteil im derzeit boomenden Markt für kostenpflichtige Inhalte aus dem Internet. Dies begründet das Kartellamt damit, dass T-Online die Paid-Content-Angebote mit der Telefonrechnung des Mutterhauses abrechnen kann und somit im Vergleich zu den Wettbewerbern über ein wesentlich effizienteres Abrechnungssystem verfügt.

Laut Siebert läuft die Frist des Prüfungsverfahrens in der kommenden Woche ab. Die Unternehmen haben jedoch die Möglichkeit, eine Verlängerung des Verfahrens zu beantragen. T-Online und der Axel-Springer-Verlag haben unterdessen bestätigt, ein entsprechendes Schreiben des Bundeskartellamts erhalten zu haben. Beide Unternehmen haben gegenüber HORIZONT.NET angekündigt, die Vorwürfe eingehend zu prüfen.
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