Aus SchülerVZ wird IDpool - doch was passiert mit StudiVZ und MeinVZ?

Montag, 11. Juni 2012
Noch gibt es SchülerVZ in alter Optik - doch das soll sich im Herbst ändern
Noch gibt es SchülerVZ in alter Optik - doch das soll sich im Herbst ändern

Ade VZ-Netzwerke, hallo Poolworks: Mit dem Nutzerschwund kommt der neue Name und zumindest für SchülerVZ auch eine neue Ausrichtung. Das Portal soll künftig unter IDpool.de firmieren und zu einem edukativen Angebot ausgebaut werden, so Medienberichte. Gegenüber HORIZONT.NET wollte sich das Unternehmen dazu bislang nicht äußern. Damit geht der Verfall der VZ-Gruppe, für die Holtzbrinck 2007 noch kolportierte 85 Millionen Euro zahlte, weiter. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass das Unternehmen etwa 25 Mitarbeitern gekündigt und die komplette Techniksparte in die neugegründete Tochtergesellschaft Devbliss GmbH ausgelagert hat.

Doch auch wenn für SchülerVZ nun eine Strategie gefunden ist - ein stärker auf Jugendliche und das Thema Schule und Bildung abzielendes Portal -, ist weiter unklar, was aus den beiden anderen Portalen StudiVZ und MeinVZ wird. In einem Interview mit der "Welt" im April kündigte Markus Schunk, Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital, bereits an, den Nutzern mehr Angebote machen zu wollen "die direkt auf sie zugeschnitten sind - etwa stärker in Richtung schulischem Umfeld".

Das könnte bei StudiVZ theoretisch auch funktionieren, schließlich sind hier vor allem Studenten unterwegs. Doch spätestens bei MeinVZ, das seit einem Relaunch im September FreundeVZ heißt, ist eine solche Spezialisierung nur schwer vorstellbar. Dennoch war - zumindest im April - von Schunk nichts von einer Schließung zu hören, im Gegenteil: "Wir wollen die VZ-Netzwerke aber nicht nur nicht aufgeben, sondern auch weiterentwickeln", so der Holtzbrinck-Digital-Chef. Danach sieht die jetzige Entwicklung jedoch nicht aus.

Das früher erfolgreichste deutsche Netzwerk hat seit dem Durchbruch von Facebook in Deutschland mit sinkenden Nutzerzahlen zu kämpfen. Im Februar 2012 erreichten StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ zusammen keine vier Millionen Unique User mehr (Internet Facts 2/2012). Zu Hochzeiten, im 2. Quartal 2010, lagen die Nutzerzahlen noch bei 13,65 Millionen (Internet Facts II/2010). Auch die Visits sind nach unten gekracht: Im Mai 2010 erreichten die drei Netzwerke zusammen rund 466 Millionen Visits, zwei Jahre später waren es nur noch 44,7 Millionen (IVW Online). sw
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