Auktion beendet: Mobilfunker investieren 4,4 Milliarden in neue Frequenzen

Freitag, 21. Mai 2010
Die Auktion ist beendet
Die Auktion ist beendet

Die Versteigerung von neu verteilten Mobilfunkfrequenzen hat dem Bund deutlich weniger Geld eingebracht als erwartet. Bei der Auktion, die am Donnerstag in Mainz nach sechs Wochen zuende ging, kam am Ende eine Gesamtsumme von knapp 4,4 Milliarden Euro zusammen. Das teilte die Bundesnetzagentur mit. Experten hatten zuvor in etwa das Doppelte erwartet. Die erste UMTS-Auktion vor 10 Jahren hatte gut 50 Milliarden Euro in die Staatskasse gespült. Bei der jüngsten Auktion kamen alle Bieter zum Zuge. Vodafone zahlt für die Frequenzen, mit denen neue, drahtlose Telekommunikationsdienste möglich werden, am meisten. Der Düsseldorfer Konzern legt für insgesamt 12 Blöcke mehr als 1,4 Milliarden Euro auf den Tisch. Telefónica O2 Germany investiert mit 1,38 Milliarden Euro für 11 Blöcke unter dem Strich etwas weniger - genau wie die Deutsche Telekom, die sich ihre 10 Blöcke knapp 1,3 Milliarden Euro kosten lässt. Am wenigsten Geld nimmt E-Plus in die Hand: Die Düsseldorfer KPN-Tochter ersteigert lediglich acht Blöcke - und gibt dafür 283 Millionen Euro aus.

Mit den neuen Frequenzen wollen die Telekommunikationskonzerne unter anderem die weißen Flecken in den ländlichen Gebieten schließen. So verspricht etwa O2-CEO René Schuster, die ländlichen Gebiete nun so schnell wie möglich mit Breitband-Internetzugängen versorgen zu wollen. "Mit zwei Blöcken im 800-Megahertz-Bereich und genügend Bandbreite in den anderen Spektren sind wir bestens gerüstet", so Schuster. E-Plus bleibt in diesem Punkt außen vor. Einen der begehrten Frequenzblöcke im Bereich von 800 Megahertz, die sich wegen ihrer großen Reichweite auf die Erschließung ländlicher Gegenden eignen, hat das Unternehmen anders als Vodafone, O2 und die Telekom, nicht ergattert. Damit wird sich E-Plus künftig wohl eher auf die großen Städte fokussieren.

Zudem wollen die Unternehmen die Frequenzen nutzen, um neue, breitbandige mobile Datendienste anbieten zu können, die wegen der Verbreitung von Smartphones immer mehr nachgefragt werden. Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, ist daher mit dem Ergebnis der Auktion zufrieden: "Damit schaffen wir eine wesentliche Grundlage für die Steigerung des Umsatzes aus mobilem Datenverkehr, so wie es unsere Strategie vorsieht", so van Damme. mas
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