"Aufgabe erledigt": Geschäftsführer Sönke Reimers verlässt die "FR"

Montag, 18. Januar 2010
Sönke Reimers hat bei der "FR" harte Sanierungsarbeit geleistet
Sönke Reimers hat bei der "FR" harte Sanierungsarbeit geleistet

Sönke Reimers gibt seinen Posten als Geschäftsführer der "Frankfurter Rundschau" (FR) aus dem Kölner Verlag M. DuMont Schauberg (MDS) auf. Damit steht Karlheinz Kroke künftig allein an der Spitze des Druck- und Verlagshauses Frankfurt am Main. Wie Reimers gegenüber HORIZONT.NET erklärt, steigt er auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus, um sich in Zukunft beruflich neu zu orientieren. "In den vergangenen fünf Jahren mussten wir große Herausforderungen bewältigen und haben viel erreicht. Meine Aufgabe ist erledigt." Wohin er geht, ist bislang unklar.

Während seiner Amtszeit hat Reimers die Umstellung der "FR" auf Tabloidgröße im Mai 2007 maßgeblich verantwortet. Damals war es die erste deutsche Tageszeitung, die komplett auf das kleinere Format umgestellt hat. Zudem musste er deutliche Einsparungen und Stellenstreichungen vornehmen. Um die Kosten weiter herunterzufahren, werden aktuell die Redaktionen der "FR" und "Berliner Zeitung" enger miteinander verzahnt, nachdem MDS den Berliner Verlag von der britischen Mecom-Gruppe übernommen hat. "Sönke Reimers verlässt die "Frankfurter Rundschau" nach fünf Jahren harter Sanierungsarbeit. Er hat erstklassige Arbeit geleistet und es geschafft, die notwendigen Veränderungsprozesse mit Umsicht und Fingerspitzengefühl zu steuern", kommentiert Eberhard Klein, MDS-Vorstand und Vorsitzender des Beirates des Druck- und Verlagshauses, den Weggang des Managers.

Laut IVW hat die "FR" im 3. Quartal 2009 insgesamt knapp 150.000 Exemplare verkauft. Gegenüber dem 3. Quartal 2007 nach der Umstellung auf Tabloid-Größe ist das ein Rückgang von rund 1,6 Prozent. Im Einzelverkauf meldet der Titel aktuell 20.000 Exemplare, was gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 einem Minus von 3 Prozent entspricht. Nach Angaben eines Insiders lagen die Anzeigenerlöse der "FR" 2009 um rund 18 Prozent unter Vorjahr. Für 2010 rechnet Reimers noch nicht mit einem Sprung nach oben. "Mit Steigerungen ist wohl nicht zu rechnen, aber wir wollen das Niveau von 2009 zumindest halten", sagte er jüngst in einem Interview mit HORIZONT (Ausgabe 1/2010).

Reimers führte die Geschäfte der "FR" seit knapp fünf Jahren. Zuvor war er zwei Jahre für eine Unternehmens- und Sanierungsberatung für Zeitungsverlage tätig. Seine Karriere startete Reimers 1992 nach seinem Studium der Geschichte, BWL und VWL bei Axel Springer, wo er 1997 zum Verlagsleiter Zeitungsgruppe Bild aufstieg. 1999 wurde er zum stellvertretenden Verlagsgeschäftsführer Zeitungsgruppe Welt ernannt und 2002 übernahm er die gleiche Position in der Zeitungsgruppe Regional- und Abonnementzeitungen. bn
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