Auch der NDR muss sparen

Freitag, 14. Mai 2010
Intendant Marmor triitt auf die Kostenbremse
Intendant Marmor triitt auf die Kostenbremse

Nachdem in der vergangenen Wochen schon RBB und MDR Sparprogramme angekündigt haben, muss nun auch der NDR seinen Etat kürzen. In der laufenden Gebührenperiode, die 2012 endet, sollen die Ausgaben um 50 Millionen Euro sinken. Der Grund: Rückläufige Werberlöse, stagnierende und perspektivisch sinkende Gebührenerträge und das niedrigere Zinsniveau führen zu einer Finanzierungslücke. Vor allem in der Technik und Verwaltung sollen die Kosten sinken, aber auch das Programm wird mit weniger Geld auskommen müssen, kündigt die öffentlich-rechtliche Anstalt an. "Jetzt müssen auch unsere Fernseh- und Hörfunkprogramme einen Beitrag zum Sparen leisten", sagt NDR-Intendant Lutz Marmor. Das Programm ist bei TV-Sendern naturgemäß der größte Kostenblock und damit auch der mit dem größten Sparpotenzial. Wo genau gespart werden soll, wird in den kommenden Wochen festgelegt.

Mit Einnahmen von rund 1,042 Milliarden Euro im Jahr 2009 ist der NDR nach dem WDR der zweitgrößte öffentlich-rechtliche Sender. Für 2009 liegt der Überschuss mit 27 Millionen Euro um 9 Millionen Euro unter dem Planwert. Die Überschüsse aus 2009 und 2010 sollen eigentlich dazu dienen, Defizite in 2011/12 auszugleichen.

Anfang der Woche hatte auch der MDR einen Sparkurs angekündigt. Rund 115 Millionen Euro fehlen ihm bis 2016, teilte Intendant Udo Reiter am 10. Mai mit. Details zum Kostensenkungsprogramm stehen auch hier noch nicht fest. Etwas konkreter ist RBB-Intendantin Dagmar Reim geworden. So sei zum Beispiel denkbar, die Anzahl der Radiostationen von sechs auf drei zu reduzieren, hatte die "Märkische Oderzeitung" aus einem internen Papier des Rundfunk Berlin-Brandenburg zitiert.

Schon im Spätherbst hatte der ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant Peter Boudgoust angekündigt, dass sich die Anstalten in der laufenden Gebührenperiode auf einen Ausfall von rund 200 Millionen Euro einstellen müssten. Die größte Anstalt WDR und der SWR hatten daraufhin im November Kostensenkungsprogramme ausgerufen.

Bei den beiden großen privaten TV-Gruppen herrscht angesichts der Wirtschaftskrise schon seit Anfang 2009 ein strikter Sparkurs. Pro Sieben Sat 1 hat allein 2009 insgesamt rund 200 Millionen Euro eingespart, die RTL Group rund 371 Millionen, davon 189 Millionen in Deutschland. pap
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