Auch VDZ plädiert für Null-Mehrwertsteuer auf Printprodukte

Donnerstag, 12. März 2009
Wolfgang Fürstner: Wir machen uns seit Jahren dafür stark
Wolfgang Fürstner: Wir machen uns seit Jahren dafür stark

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) unterstützt die Forderung von Burda-Vorstand Helmut Markwort nach einer Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Printmedien. "Der Verband macht sich bereits seit Jahren für diese Forderung stark", sagt  Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger. "Im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe oder der Finanzbranche lehnen wir eine staatliche Subventionierung der Presse ab." Es könne jedoch nicht sein, dass bei der "ordnungspolitischen Schieflage mit einem zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Printmedien nach wie vor mit 7 Prozent besteuert werden und dann auch noch durch Werbeverbote und ein novelliertes Bundesdatenschutzgesetz in ihrer Existenz bedroht werden."

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger appelliert daher an die politischen Entscheider dem Beispiel der EU-Finanzminister zu folgen und eine die bestehenden Mehrwertsteuersätze zügig zu überarbeiten. In Ländern wie Großbritannien und Finnland habe sich die Abschaffung der Mehrwertsteuer für Printmedien bewährt.

Dieser Meinung ist auch "Focus"-Herausgeber und Gründer Helmut Markwort, der im HORIZONT-Interview (11/2009) fordert, alle Printprodukte von der Mehrwertsteuer zu befreien, um so Meinungsvielfalt zu erhalten und zu verhindern, dass "gute Redakteure entlassen werden." Zurzeit liegt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Printmedien bei 7 Prozent, statt dem vollen Satz, der 19 Prozent beträgt.

Am Dienstag hatten sich die EU-Finanzminister auf eine Senkung der Mehrwertsteuersätze für bestimmte Dienstleistungen wie Gastronomie, Frisöre und häusliche Betreuung geeinigt. Eine Reduzierung der Mehrwertsteuer für Presse wurde allerdings nicht beschlossen. se
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