Auch Springer verliert Umsatz, bleibt aber profitabel

Mittwoch, 10. März 2010
Döpfner will auf Kosten achten
Döpfner will auf Kosten achten

Trotz der guten Performance von Axel Springers Cash Cow "Bild" im Krisenjahr 2009, muss Europas größter Zeitungskonzern einen Umsatzrückgang von 4,3 Prozent hinnehmen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist angesichts deutlicher Einbrüche im Auslandsgeschäft und Schwierigkeiten im Zeitschriftenbereich im Inland um rund 30 Prozent auf 333,7 Millionen Euro gesunken; der Jahresüberschuss um rund 40 Prozent auf 152,6 Millionen Euro. Damit bleibt Axel Springer jedoch auch im schwierigem Marktumfeld hochprofitabel. Ohne deutliche Kostensenkungen wäre das Ergebnis jedoch noch mehr geschrumpft: Auf rund 75 Millionen Euro beziffert Vorstandschef Mathias Döpfner den "Restrukturierungsaufwand" in 2009. Gespart worden sei vor allem in der Verwaltung.

 Die Rückgänge im klassischen Geschäft konnten zum Teil die Digitalen Medien ausgleichen. Sie steuern mittlerweile rund ein Fünftel zum Konzernumsatz von rund 2,612 Milliarden Euro bei. Online-Rubrikenmärkte wie Immonet und Idealo sowie der Vermarkter Zanox haben ihren umsatz besonders stark gesteigert. Insgesamt stieg der Umsatz des Segments um 24,4 Prozent auf 470,4 Millionen Euro, das operative Ergebnis von 20,9 Millionen Euro auf 43,2 Millionen Euro.

Besonders hart haben Springer die Rückgänge im internationalen Geschäft getroffen. Der Konzern ist stark in Osteuropa engagiert - eine der besonders leidtragenden Regionen der Wirtschaftskrise. Der Auslandsumsatz insgesamt bracht 2009 um fast ein Viertel auf 311,7 Millionen Euro ein; die Werberlöse sogar um 36 Prozent. Dank eines Sparprogramms ist das Ebitda mit 12,3 Millionen Euro noch positiv. Der Bereich steuert 21 Prozent zzum Konzernumsatz bei, nach 21,9 Prozent im Vorjahr.

Das wichtigste Segment, die Zeitungen national, zu dem neben "Bild" auch die "Welt"-Gruppe gehört, hat rund 1,214 Millionen Euro Umsatz erzielt - 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Ebitda belief sich auf 243,8 Millionen Euro und ist damit um fast 30 Prozent gesunken - eine Folge auch von Restrukturierungsaufwendungen und höheren Marketingaufwendungen. In Folge von zum Teil deutlichen Copypreiserhöhungen sind die Vertriebserlöse, die besonders bei "Bild" eine große Rolle spielen, um 1 Prozent auf 631,8 Millionen Euro gestiegen. Die Werbeerlöse gingen dagegen um 12 Prozent auf 548 Millionen Euro zurück. Bei "Bild" liegen sie laut Springer jedoch auf Vorjahresniveau. Laut Döpfner hat die "Welt"-Gruppe, die jahrelang der große Verlustbringer war, zwar operativ schwarze Zahlen, geschrieben abzüglich der Werbekampagne und den Entwicklungskosten für die Kompaktvariante der "Welt am Sonntag" sei die Gruppe jedoch rot.

Die Zeitschriften National machten 517,8 Millionen Euro Umsatz - 8,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Vor allem die Programm-, Computer- und die zum Verkauf stehenden Finanzzeitschriften mussten einen deutlichen Rückgang der Werbeerlöse hinnehmen. Das Ebitda sank von 88 Millionen Euro in 2008 auf 55 Millionen Euro 2009.

 Für 2010 geht Döpfner von einem "stabilen oder leicht steigenden Umsätzen aus, vor allem aufgrund des Wachstums aus dem digitalen Bereich." Das Ebitda soll um 10 Prozent steigen - vor allem durch operative Verbersserungen, aber auch durch "fortgesetzte Kostendisziplin in allen Konzernbereichen". pap/bn
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