Auch Nienhaus fordert Online-Beschränkung für ARD und ZDF

Dienstag, 28. September 2010
WAZ-Manager Christian Nienhaus
WAZ-Manager Christian Nienhaus

In die nicht enden wollende Diskussion um die Onlineaktivitäten von ARD und ZDF bringt sich nun auch der Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen ein. Christian Nienhaus, Vorsitzender des Verbandes und WAZ-Geschäftsführer, äußerte gestern in Berlin schwere Kritik an dem Vorgehen der gebührenfinanzierten Sender. Im Internet und auf mobilen Endgeräten seien ARD und ZDF harte Konkurrenten der Verlage. Solange die Konkurrenten mit Gratisangeboten ins Netz gehen, sei es für die Verlage kaum möglich Bezahlmodelle zu etablieren. "Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk nur eine Richtung kennt, nämlich die Expansion bei Einnahmen und Inhalten ohne Selbstbeschränkung, dann ist zu fragen, ob diese Praxis mit EU-Recht vereinbar ist", so Nienhaus. "Das ist ein Akt der Selbstverteidung". Auch Axel-Springer-Chef Matthias Döpfner hatte auf dem Zeitungsverlegerkongress vergangene Woche wortstark Stellung gegen ARD und ZDF bezogen.

Nienhaus fordert zudem ein umfassendes Leistungsschutzrecht, wenn die Entwicklung der digitalen Verlagsangebote gesichert werden solle. Ziel müsse es dabei sein, die Inhalte von Zeitungen und Zeitschriften vor gewerblichen Zugriffen Dritter zu schützen. Die gewerbliche Nutzung von elektronischen Pressenageboten müsse bezahlt werden, damit die Verlage weiterhin Qualitätsjournalismus und Vielfalt sicherstellen können. pap
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