Auch "Kronen"-Eigner weisen Übernahmeangebot von Springer zurück

Freitag, 07. Oktober 2011
Axel Springers Griff nach der "Krone" ist zum Scheitern verurteilt
Axel Springers Griff nach der "Krone" ist zum Scheitern verurteilt

Gegenwind aus den Alpen: Auch die Gesellschafter der österreichischen "Kronen-Zeitung" haben einer möglichen Übernahme durch Axel Springer eine klare Absage erteilt. Der Medienkonzern hatte am Freitag Interesse an einer Übernahmen der Essener WAZ-Gruppe bekundet, die 50 Prozent der Anteile an der "Kronen-Zeitung" hält. Die anderen 50 Prozent sind im Besitz der Familie Dichand. Diese hat ein Vorkaufsrecht für die WAZ-Anteile - und will dieses im Fall des Falles auch nutzen. "Wir verfolgen die Entwicklungen in Deutschland mit großem Interesse", sagte Christoph Dichand, Geschäftsführer und Herausgeber der "Kronen Zeitung", dem "Handelsblatt". "Vor allem auch, weil die Familie Dichand für den Fall eines Verkaufs der WAZ-Anteile an der Kronen Zeitung ein klar geregeltes Vorkaufsrecht hat. Und dieses Vorkaufsrecht gedenken wir auch auszuüben!"

Damit hat sich Axel Springer mit seinem überraschenden Angebot zur Übernahme der WAZ-Gruppe bereits die zweite Abfuhr eingehandelt. Am Freitag war ein Schreiben von Springer-Chef Mathias Döpfner publik geworden, in dem er Interesse an einer Übernahme der Essener Mediengruppe bekundet hatte. Für die WAZ kommt das ungefragte Angebot zur Unzeit: Die beiden Inhaberfamilien verhandeln derzeit über eine mehrheitliche Übernahme der Gruppe durch Petra Grotkamp, Tochter des Mitgründers Jakob Funke. Das Angebot von Springer dürfte eine schnelle Einigung nicht unbedingt erleichtern. WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus hatte das Angebot mit scharfen Worten zurückgewiesen. Ungefragt auf die Vermögenswerte anderer Firmen zu bieten, sei "die Manier von Finanzhaien". dh
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