Arvato und Würzburg beenden die Zusammenarbeit

Freitag, 18. Februar 2011
Rückschlag für die Bertelsmann-Tochter Arvato
Rückschlag für die Bertelsmann-Tochter Arvato

Es hätte ein Aushängeschild mit Vorbildcharakter werden sollen: Die öffentlich-private Zusammenarbeit der Stadt Würzburg mit dem Dienstleistungskonzern Arvato. Im Rahmen des elektronischen Pilotprojektes "Würzburg integriert" hatte die Bertelsmann-Tochter 2007 städtische Aufgaben übernommen. Wie die "Main-Post" berichtet, wird der eigentlich auf zehn Jahre angelegte Vertrag nun vorzeitig beendet. Arvato ist bereits in anderen Ländern im öffentlichen Bereich tätig, beispielsweise in Großbritannien. Würzburg sollte der Auftakt sein, um die private Abwicklung von öffentlichen Aufgaben auch hierzulande salonfähig zu machen. Die Trennung der beiden Vertragspartner habe sich allerdings schon länger abgezeichnet, berichtet die "Main-Post". Oberbürgermeister Georg Rosenthal hatte das Projekt dagegen wohl schon mehrfach als zu "ambitioniert" und "technisch zu komplex" bezeichnet, das 2007 noch seine Vorgängerin Pia Beckmann eingetütet hatte.

Zentraler Baustein von "Würzburg integriert" war die Datenvernetzung auf einer übergeordneten Plattform. In einem einheitlichen System hätten die Sachbearbeiter dann die unterschiedlichen Anliegen der Bürger bearbeiten können. Damit hätten binnen zehn Jahren rund 27 Millionen Euro eingespart werden sollen und 75 Stellen. Aus der Sicht von Oberbürgermeister Rosenthal seien jedoch keine Stellen überflüssig und auch die Zeiteinsparung nur marginal.

Das Bürgerbüro, das eng verknüpft mit der Public-Private-Partnership eingerichtet worden war, soll jedoch beibehalten werden. Rosenthal will es kundenfreundlicher machen und die Wartezeiten vor Ort drücken, in dem die Bürger über SMS informiert werden, wenn sie an der Reihe sind. pap
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