Arianna Huffington: "Kritiker verstehen unser Geschäftsmodell nicht"

Mittwoch, 29. Mai 2013
Arianna Huffington auf der DLD Conference 2012
Arianna Huffington auf der DLD Conference 2012


Im Herbst geht die deutsche Version der "Huffington Post" an den Start. Im Interview mit dem "Handelsblatt" bemüht sich die Gründerin Arianna Huffington Bedenken gegen die Internet-Zeitung zu zerstreuen. Andere Verlage würden von der Plattform profitieren. Aber auch Zeitungen werden in der digitalen Welt überleben, ist sich die Journalistin sicher. Auch wenn sie selbst nie in die Print-Branche gehen würde.
Rechtzeitig vor der Bundestagswahl soll die deutsche Ausgabe der "Huffington Post" an den Start gehen. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt: "Wir führen unsere Website gerne zu wichtigen Anlässen in Märkte ein. Das gibt uns besondere Schwungkraft", sagt Huffington im Interview mit dem "Handelsblatt". Die Kritik an dem umstrittenen Geschäftsmodell der Online-Zeitung, die sich vor allem aus Beiträgen unbezahlter Blogger und verlinkten Artikeln speist, lässt die Gründerin des Portals nicht gelten: "Die Kritiker verstehen unser Geschäftsmodell in der Regel nicht richtig. Noch nie hatten wir irgendwelche Beschwerden darüber, dass wir Inhalte weggenommen haben. Das mögen theoretische Bedenken sein, in der Praxis kommt es nicht vor." Man achte sehr darauf, die Quellen anzugeben und auf die originären Artikel zu verlinken.

"Wenn Sie eine starke Geschichte haben, dann wollen Sie, dass wir sie aggregieren und auf Ihre Geschichte mit einem Link verweisen. Wir verschaffen Ihnen so mehr Klicks", ist sich Huffington sicher. Springer-Chef Mathias Döpfner hatte die "Huffington Post" kürzlich als "Anti-Geschäftsmodell für Journalismus" bezeichnet. Paid-Content-Modelle würden sich dagegen nur für bestimmte Medien wie beispielsweise Wirtschaftszeitungen eignen.

Trotzdem glaubt Huffington, dass auch klassische Printmedien eine Zukunft haben: "Insgesamt bin ich gar nicht so skeptisch für Print. Die besten Zeitungen werden überleben. Ich lese jeden Morgen sieben Zeitungen." Sie selbst ist in punkto Print aber ein gebranntes Kind: Ihr Vater sei auch Journalist gewesen und habe immer neue Zeitungen gegründet, die es aber alle nicht geschafft haben. "Deshalb werde ich nie in die Print-Branche gehen." dh
Meist gelesen
stats