Apple präsentiert Ping für iTunes / Sony startet digitales Musikportal

Donnerstag, 02. September 2010
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Apple verbindet ab sofort Musik und Social Networking: In die neue Version von iTunes wird mit Ping ein soziales Netzwerk integriert. Außerdem stellte Steve Jobs drei überarbeitete iPod-Versionen vor. Konkurrent Sony will mit Qriocity einen eigenen digitalen Musikservice etablieren. Mit iTunes 10 wird das Musikportal von Apple um eine Funktion erweitert: Mit Ping Social Music Discovery können sich Nutzer mit Künstlern sowie Freunden vernetzen und teilen, welche Musik sie hören und herunterladen. Es ist außerdem möglich, Fotos, Videos sowie Tourtermine von Künstlern einzusehen. Im Recent Activity Feed wird als kleines Extra auch eine Top 10 der beliebtesten Songs und Alben von Freunden und Künstlern, denen man folgt, angezeigt. In den USA können iTunes-Nutzer zudem künftig TV-Sendungen in HD-Qualität für 99 US-Cent pro Folge ausleihen. "Mit Ping erweitern wir iTunes jetzt um eine Social Networking Funktion", so Steve Jobs, CEO von Apple. "Mit Ping kann man seinen Lieblingskünstlern und Freunden folgen und sich an einer weltweiten Unterhaltung mit den leidenschaftlichsten Musikfans beteiligen."

Mit Ping macht Apple etablierten Social Networks wie Facebook und Twitter Konkurrenz: Genau wie bei diesen Portalen können Künstler auch dort ihre aktuelle Aktivität, Informationen zu ihrer Musik sowie Fotos und Videos veröffentlichen. Besonders gefährlich könnte Ping jedoch für MySpace werden: Das Netzwerk hat sich ebenfalls auf Musik konzentriert und bietet Künstlern die Möglichkeit, Songs und Videos hochzuladen und so mit Fans zu kommunizieren. Laut eigenen Angaben hat iTunes mehr als 160 Millionen Nutzer – bei Myspace sind es mit über 122 Millionen deutlich weniger, außerdem hat das Netzwerk bereits durch die steigende Bedeutung von Facebook an Einfluss verloren. Einige Stars wie Lady Gaga haben sich bereits bei Ping angemeldet, weitere werden sicherlich folgen, schließlich steht mit iTunes eine bedeutende Einnahmequelle hinter Ping.

Der iPod Nano wird jetzt per Touchscreen bedient
Der iPod Nano wird jetzt per Touchscreen bedient
Neben Ping konnte Steve Jobs noch weitere Veränderungen im Musikbereichs präsentieren: Der MP3-Player iPod wurde überarbeitet und zeigt sich in drei neuen Varianten. Der iPod Nano wird künftig über Touchscreen statt wie bisher über Clickwheel bedient, außerdem wurde ein FM-Radio-Empfänger integriert. Der neue iPod Touch ist mit einer zweiten Kamera, einem Mikrofon und einem hochauflösenden Display versehen, die Bedienung des iPod Shuffle wurde überarbeitet und vereinfacht. Alle drei Geräte sind ab der kommenden Woche auf dem Markt.

Auch Konkurrent Sony hat den Bereich Musik überarbeitet: Bis Ende des Jahres möchte das Unternehmen über die Qriocity-Plattform einen onlinebasierten digitalen Musikservice in Europa auf den Markt bringen. Über "Music Unlimited powered by Qriocity" sollen Nutzer auf Songs zugreifen und eigene Musikkanäle schaffen können. Dies ist auf Sony-Geräten mit Internetanbindung möglich, beispielsweise auf Blu-ray-Playern, Vaio Notebooks oder der Playstation 3. "Die Qriocity Services werden das Nutzerverhalten revolutionieren", glaubt Kazuo Hirai, President of Networked Products & Services Group, Sony Corporation. "Sie schaffen bislang ungekannte Möglichkeiten, digitale Inhalte abzuspielen, anzuhören, mit anderen zu teilen oder zu entdecken."sw

Mit welchen Produkten Apple und Sony den Online-TV-Markt erobern möchten, lesen Sie hier 
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