Apple macht Weg für Flash frei und veröffentlicht Guidelines

Freitag, 10. September 2010
Wir brauchen keine Furz-Apps mehr: Apple veröffentlicht App-Richtlinien
Wir brauchen keine Furz-Apps mehr: Apple veröffentlicht App-Richtlinien
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Bislang war es ein großes Geheimnis, warum Apple einige Apps zuließ und andere ablehnte. Dies ändert sich nun, denn Apple hat die Richtlinien für den App Store veröffentlicht und damit auch die Regeln, die für eine Zulassung relevant sind. Außerdem haben Programmierer künftig mehr Freiheiten: Apps dürfen jetzt auch externe Software-Werkzeuge wie Flash verwenden. Möglich macht dies eine Lockerung des iOS Developer Program-Lizenzabkommens. Danach dürfen ab sofort alle Entwicklungswerkzeuge verwendet werden, solange die dadurch entstehenden Apps keinen Code herunterladen. "Dies sollte den Entwicklern die gewünschte Flexibilität, die sie wünschen, geben; im Gegenzug wir die Sicherheit, die wir brauchen, erhalten", verkündet Apple per Pressemitteilung. Anders als in den Applikationen sieht es im Web-Browser aus. In Safari wird Flash offenbar auch in Zukunft geblockt.

Erstmals hat Apple zudem die Richtlinien, die für die Zulassung einer App relevant sind, veröffentlicht. In der Einleitung der "App Store Review Guidelines" erklärt Apple, dass der Fokus bei der Auswahl neuer Apps auf Jugendschutz, Neuigkeitswert und Qualität liegt: "Es gibt viele Kinder, die Apps herunterladen und die elterliche Kontrolle funktioniert nur, wenn die Eltern sie auch ausüben. Viele tun das nicht. Deshalb sollten Sie wissen, dass wir auf die Kinder aufpassen", so die Richtlinie.

"Wir brauchen keine Furz-Apps mehr. Wenn Ihre App nicht etwas Nützliches oder nachhaltige Unterhaltung bietet, müssen Sie sich auf eine Ablehnung einstellen", auch diese deutlichen Worte sind in den Richtlinien zu lesen. Außerdem werden Apps zurückgewiesen, die zu unprofessionell aussehen, sich zu sehr an bereits bestehenden Apps orientieren sowie Apps, die die Menschenwürde verletzen, pornographisches Material enthalten und religiöse, kulturelle oder ethnische Gruppen beleidigen.

Apple musste in den vergangenen Monaten Kritik einstecken, da dem Unternehmen inhaltliche Einflussnahme vorgeworfen wurde. Einige Apps waren nicht im App Store aufgenommen worden oder mussten nach Wünschen von Apple verändert werden, VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner sprach von Zensur. Mit der Offenlegung der Richtlinien macht Apple nun einen Schritt hin zu mehr Transparenz. sw
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