Apothekerverband widerspricht der Monopolkommission

Dienstag, 16. Juli 2002

Der Versand von apothekenpflichtigen Arzneimitteln an Endverbraucher ist nach Ansicht der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gesetzlich verboten. Hermann Stefan Keller, der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, vertritt die Auffassung, dass der Onlinearzneimittelversand "derzeit auch mit europäischem Recht nicht zu rechtfertigen" ist. Damit widerspricht der Verband der Auffassung der Monopolkommission, die nach einer Meldung des "Spiegel" den Online-Arzneimittelversand nach Deutschland bereits heute als rechtmäßig bezeichnet.

Die Kommission beruft sich dem Bericht zufolge auf die "E-Commerce-Richtlinie" der EU. Diese legt fest, dass für den Internet-Handel die Vorschriften jenes Landes gelten, in dem der jeweilige Anbieter der Ware sitzt. Da der größte Online-Arzneimittelversender Docmorris seinen Hauptsitz in den Niederlanden hat, beruhen die in Deutschland ergangenen gegenteiligen Gerichtsurteile aus der Sicht der Kommission auf "fehlerhafter Rechtsanwendung".
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