Anzeigenpreise 2013: Publikumsmagazine erhöhen um 2,5 Prozent

Montag, 01. Oktober 2012
Die Anzeigenpreise für Publikumszeitschriften steigen im kommenden Jahr um 2,5 Prozent
Die Anzeigenpreise für Publikumszeitschriften steigen im kommenden Jahr um 2,5 Prozent


Same procedure as every year: Die Bruttoanzeigenpreise der Publikumszeitschriften steigen im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,5 Prozent. Dies gab der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Montag dieser Woche auf Nachfrage bekannt.
Eine große Überraschung ist das nicht: Es gehört zum geübten Spiel der Branche, dass sich die offiziellen Werbetarife nach Preisliste jedes Jahr etwas erhöhen. Daraus ziehen auch die Mediaagenturen Vorteile, können sie ihren Kunden auf diese Weise doch leichter Rabatte präsentieren, die sie den Vermarktern wegverhandelt haben - und selber noch etwas davon behalten. Von etwas höheren Bruttopreisen haben also beide Seiten etwas.

Und je weniger sich die Vermarkter bei ihrem verständlichen Wunsch, die Werbepreise zu erhöhen, auf Leistungssteigerungen berufen können, desto lieber argumentieren sie mit der allgemeinen Teuerung (aktuell um 2 Prozent) - obwohl der Anzeigentarif ja erst im kommenden Jahr greift. Die Spielregeln: Steigen Reichweiten und Auflagen, erhöhen Medien ihre Werbepreise gerne um mehr als die Inflationsrate. Stagniert die Medialeistung hingegen, wird analog zur Teuerung aufgeschlagen. Schwächelt das Medium gar, erhöhen die Vermarkter unterhalb der Inflationsrate. Zur Not bleiben die Werbepreise eben stabil. Doch anders als in anderen Branchen kommt ein Fall fast niemals vor: Dass die (Brutto-)Preise sinken. Stattdessen steigen in diesen Fällen wohl die Rabatte, so dass die Nettopreise fallen.

Ein Blick in die auf pz-online.de frei geschaltete Liste zeigt: Nur ein halbes Dutzend (von insgesamt rund 550) Titel und Kombinationen senken im kommenden Jahr ihre Bruttopreise, darunter „FHM" (minus 17 Prozent) und "Freizeit exklusiv" (minus 16 Prozent). Ansonsten dominieren 2013 Nullrunden und die üblichen „moderaten" Preiserhöhungen.

Es gibt aber auch selbstbewusste Ausreißer nach oben. Besonders die Bauer Media Group fällt mit deutlichen Preiserhöhungen auf, so bei den wöchentlichen Klatschblättern „Closer" (plus 25 Prozent auf 14.983 Euro) und „Intouch" (10 Prozent/23.712), beim Best-Ager-Frauentitel „Myway" (17 Prozent/17.500) sowie beim Esoterik-Frauenheft „Happinez" (10 Prozent/16.500). „Closer" und „Myway" sind allerdings erst in diesem Jahr mit bescheidenen Einführungspreisen gestartet, daher ist die Vergleichsbasis für 2013 entsprechend niedrig.

Ebenfalls um zweistellige Raten erhöhen „Frau im Leben" (Bayard; plus 22 Prozent auf 10.500 Euro), „Women's Health" (Rodale Motor Presse; 18 Prozent/ 18.900 Euro), „Landlust" (Landwirtschaftsverlag; 14 Prozent/42.600), „Mein schönes Land" (Burda; 10,4/14.900) und „Beef" (G+J; 10 Prozent/ 16.500).

Unter den Anzeigendickschiffen traut sich die „Zeit" am meisten: Sie erhöht ihren Bruttopreis um 4,4 Prozent auf 69.696 Euro. Es folgen der „Spiegel" (plus 2,3 Prozent auf 61.837 Euro), „Bild am Sonntag" (2 Prozent/81.150 Euro), „Focus" (1,6 Prozent/49.752 Euro) und „Stern" (1,4 Prozent/59.933 Euro). Alle genannten Preise beziehen sich auf 1/1 Seite 4c. Etliche Titel arbeiten mit Saisonpreisen, also mit je nach Quartal, Monat oder Ausgabe je nach Nachfrage unterschiedlichen Preisen. In diesen Fällen ist der gewichtete Durchschnittspreis genannt. rp
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