Anzeigenblätter leiden unter Umsatzrückgang

Freitag, 12. April 2013
BVDA-Geschäftsführer Jörg Eggers
BVDA-Geschäftsführer Jörg Eggers

Auch die Anzeigenblätter müssen mit weniger Geld auskommen. Für das Jahr 2012 weist der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) für die Verlage einen Umsatz von 2,001 Milliarden Euro aus - 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. BVDA-Geschäftsführer Jörg Eggers macht mehrere Entwicklungen für den Rückgang verantwortlich: Zum einen schreite der Konzentrationsprozess bei Filialisten und Großkunden fort. Unternehmen die vom Markt verschwinden, fallen in der Folge auch als Werbekunden weg. So dürfte unter anderem die Schlecker-Pleite den Anzeigenblatt-Verlagen zu schaffen machen. Im lokalen Geschäft haben viele Verlage zwar zulegen können. Der Zuwachs konnte das Minus in anderen Bereichen jedoch nicht kompensieren.

Im Bereich Beilagen und Prospekte ist es 2012 zudem zu einem starken Druck auf die Preise gekommen. Der Anteil des Beilagengeschäfts am Gesamtumsatz sank von 31,9 Prozent im Jahr 2011 auf 30,1 Prozent in 2012. Verlage in Ostdeutschland haben besonders unter dieser Entwicklung gelitten.

Hinzu kommt, dass manche Großkunden "neue Wege im Marketing ausprobieren". Ein Teil des Umsatzrückgangs sei vermutlich eine Folge davon, dass Etats in die Direktverteilung verschoben worden seien, so der BVDA. "Je nach lokaler Wettbewerbssituation hat es regional unterschiedliche Entwicklungen gegeben", so Eggers.

Der Rückgang hat bereits seine Spuren hinterlassen: M. DuMont Schauberg hat die Redaktion des "Berliner Abendblattes" im September 2012 komplett entlassen.

Insgesamt zählt der BVDA in Deutschland derzeit 1435 Anzeigenblatt-Titel. Die Auflage lag zum 1. Januar bei 94 Millionen Exemplaren - 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Verband präsentiert rund 70 Prozent der Auflage. pap
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