Antenne West will RPR1-Frequenzen

Donnerstag, 30. April 2009
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Die Trierer Radio- und TV-Gruppe Antenne West bewirbt sich nach HORIZONT.NET-Informationen für die Frequenzen des Ludwigshafener Senders RPR1. Die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz hatte die derzeit von RPR1 genutzten zehn UKW-Frequenzen im März ausgeschrieben. Ausschreibungsschluss war der 24. April. Offenbar auf den letzten Drücker hat außer RPR 1 auch die benachbarte Kette Antenne West eine Bewerbung "für die Ausschreibung von UKW-Frequenzen für die Zuordnung an einen Veranstalter eines landesweiten Hörfunkvollprogramms mit regionalen Informationsteilen" abgegeben. Die Entscheidung soll voraussichtlich nach der Sommerpause am 13. Juli fallen. Die UKW-Frequenzen würden gegebenfalls zum 1. Juni 2010 neu geordnet.

RPR 1 ist der größte in der Radio Media-Analyse erfasste Sender in Rheinland-Pfalz und zählte in der MA 2009/I rund 312.000 Hörer - 6,5 Prozent mehr als in der MA 2008/II. Antenne West wird nicht in der MA ausgewiesen. Das Sendegebiet erstreckt sich von Trier bis Luxemburg und von Südost-Belgien bis tief ins Saarland.

Die Landesmedienanstalt LMK steht nun vor einem Problem: Entscheidet sie sich für Antenne West, würde sie einen Präzedenzfall schaffen. Bislang wurden Frequenzen gerade bei großen, etablierten Sendern einfach verlängert. Dies ist in Rheinland-Pfalz seit der Einführung des Landesmediengesetzes vom 14. Februar 2005 nicht mehr möglich. Ein Sprecher betont, dass die Ausschreibung in der Behörde sehr ernst genommen wird.

Bekäme Antenne West den Zuschlag, könnte RPR 1 auf den bisherigen UKW-Frequenzen nicht mehr senden und wäre nur noch im Internet zu empfangen - und damit wirtschaftlich stark gefährdet. pap
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