Anonyme Rundmail erschüttert Spiegel TV

Montag, 04. Juli 2011
Spiegel TV kommt nicht zur Ruhe
Spiegel TV kommt nicht zur Ruhe


Spiegel TV kommt nicht aus den Schlagzeilen. Eine anonyme Rundmail hat am Freitag die in wirtschaftliche Schieflage geratene Tochter der Spiegel Gruppe aufgeschreckt. In der E-Mail hat offenbar ein Mitarbeiter des Produktionsunternehmens seinem Zorn über die Sparmaßnahmen Luft gemacht und die Gehälter zahlreicher Führungskräfte offengelegt. Das Medienhaus will Strafanzeige gegen den Verfasser der Mail erstatten. Die E-Mail wurde am Freitag um 9.26 Uhr an Mitarbeiter von Spiegel TV Berlin, Spiegel Online und einzelne Mitarbeiter der Print-Redaktion verschickt. Darin heißt es unter anderem: "Weil sich schon jetzt abzeichnet, dass der der Etat 2011 in sich zusammenfällt und trotz aller Dementis die nächste Entlassungswelle vorbereitet wird, haben wir folgenden Vorschlag: Schmeißt endlich diejenigen raus, die Spiegel TV in die Grütze reiten." Spiegel TV hatte Ende vergangenen Jahres den Abbau von rund 40 Stellen angekündigt, zudem soll der Standort in Berlin aufgegeben werden. 

In der Mail finden sich zudem detaillierte Informationen zu den Gehältern von 17 Führungskräften des Produktionsunternehmens. Nur rund anderthalb Stunden später reagierte das Unternehmen mit einer eigenen Rundmail, in der mit rechtlichen Konsequenzen gedroht wurde, falls die anonyme Mail weitergeleitet wird.

Beim Spiegel spricht man von einem "ungeheuerlichen Vorgang". "Wir sind uns mit dem Betriebsrat einig, den möglicherweise entstandenen Schaden vom Unternehmen sowie allen seinen Mitarbeitern gemeinsam abzuwenden", heißt es in einer Stellungnahme der Geschäftsführung von Spiegel TV. Außerdem will das Unternehmen voraussichtlich Anzeige wegen des Verrats von Geschäfts- und Dienstgeheimnissen erstatten. dh
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