Angriff auf Youtube: Myvideo baut eigene Shows aus

Donnerstag, 11. Oktober 2012
Geschäftsführer Weil baut Myvideo aus
Geschäftsführer Weil baut Myvideo aus


Pro Sieben Sat 1 gibt bei Myvideo weiter Gas. Schon Ende Juni, auf der Roadshow von Vermarkter Seven-One Media, hatte das Unternehmen angekündigt, die werbefinanzierte Video-on-Demand-Plattform als "fünften Sender" zu positionieren. Nun kommen weitere Web-only Formate. Ab 2013 will das Portal werktags schon fünf Stunden mit eigenen Shows füllen.
Um Myvideo als Senderalternative im Netz aufzubauen, setzt Pro Sieben Sat 1 auf den Ausbau von hochwertigen TV-Inhalten wie der Serie "Spartacus", die zuerst auf Myvideo lief, sowie der Aufbau von eigens fürs Netz produzierten Formaten. „Wir sind in einer spannenden Phase", sagt Sebastian Weil, Geschäftsführer von Pro Sieben Sat 1 Digital und in dieser Funktion für Myvideo zuständig, über die aktuelle Content-Offensive.

Erst Anfang 2012 hat der Konzern ein Team zusammengestellt, um Myvideo zum Web-TV-Channel auszubauen. Vor zwei Wochen wurde zudem ein altes Studio in Unterföhring mit der neuesten Technik ausgerüstet. Dort sollen die Web-only-Formate produziert werden, die das Profil von Myvideo schärfen sollen.

Beispielhaft dafür ist die Sendung „Let's Play Together" mit den Webstars Gronkh und Sarazar. Sie läuft immer freitags um 18 Uhr und zwar live. „Wir haben lange darüber diskutiert, ob eine lineare Programmierung im Netz funktionieren kann", erzählt Weil. Die Antwort lautet: Ja, es funktioniert. Bis zu 100.000 Live Views generiert jede neue Folge, insgesamt summieren sich die Abrufe auf 3,5 Millionen. Die Fangemeinde liebt es, sich während der Spielshow über das Format auszutauschen und mit den Moderatoren in Kontakt zu treten. „Unsere Videoportale sind das interaktive Lagerfeuer, bei dem jeder selbst Holz nachlegen kann", sagt er.

„Let's Play" war der Anfang. Montag und Dienstag läuft nun in der Beta-Version die „Myvideo Rush Hour", die zum Ankerformat werden soll. An einer Sendung für mittwochs wird gearbeitet. Donnerstags kommen „Die Außenseiter". Alle Sendungen laufen zur Internet-Primetime zwischen 18 und 19 Uhr.

„2013 werden wir Myvideo zum vollständigen Programm ausbauen", kündigt Weil an. Dann soll die Live-Strecke mit originär für Myvideo produzierten Inhalten sukzessive bis auf 23 Uhr erweitert werden. Die Randzeiten will Weil mit Archivinhalten bestücken, die sich die Nutzer nach ihrem eigenen Geschmack zusammenstellen können.

Ende Oktober, Anfang November will der Konzern seine Marketing- und Mediapower nutzen, um Myvideo zu promoten. Dann startet eine Kampagne für die Web-only-Initiative. pap
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